0 Schleichende Vergiftung: Ungewöhnliche Uran-Funde im Urin von Patienten | connectiv.events
Seite auswählen

Bild: Pixabay

Schleichende Vergiftung: Ungewöhnliche Uran-Funde im Urin von Patienten

30. Januar 2018 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | SWR

In Deutschland und in der Schweiz wurden Anfang 2017 außergewöhnlich hohe Mengen Uran im Urin mehrerer Patienten nachgewiesen. Woher der Stoff kam, ist bis heute rätselhaft. Eine Spurensuche.

Uran im Urin – „Wir konnten das nicht glauben!“

Als der Schweizer Arzt Thomas Carmine das Uran bei seinen Patienten nachwies, vermutete er zunächst einen Messfehler: „Wir konnten das nicht glauben!“. In den Monaten zwischen Februar und Mai 2017 hatte er 39 Patienten untersucht und in ihrem Urin dabei unüblich hohe Mengen Uran 238 nachgewiesen.* Die Werte waren acht bis zehnmal so hoch wie normal, so Carmine gegenüber dem SWR. Die Proben wurden von zwei unabhängigen Labors in den USA und in der Schweiz per Massenspektrometrie analysiert. Die Patienten wohnen verstreut in einem Gebiet, das große Teile der deutschsprachigen Schweiz abdeckt. Vor und nach diesem Zeitraum dagegen war kaum mehr Uran zu finden. Was war passiert?

Uranspuren auch in Deutschland

Das Rätsel wurde noch größer, als gleiche Resultate aus Deutschland auftauchten. Thomas Fischer, Präsident der Ärztegesellschaft für klinische Metalltoxikologie, konnte im Raum Düsseldorf in 250 Urinproben ebenfalls einen kontinuierlichen Anstieg von Uran im Urin feststellen – im gleichen Zeitraum! Sowohl die Schweizer als auch die Düsseldorfer Daten hat Thomas Carmine auch im Netz veröffentlicht.

Nun kommt Uran natürlich im Erdboden vor. Das radioaktive Element stammt aus der Entstehungszeit des Universums. In unseren Regionen sind die größten natürlichen Konzentrationen im Granit. Mehr als 99 Prozent dieses Natur-Urans bestehen aus dem Isotop Uran 238. Doch dieses natürliche Uran im Gestein ist für den Menschen nicht gefährlich.

Allerdings ist Uran ein sogenannter Alphastrahler. Er hat zwar nur eine sehr geringe Reichweite, dafür eine sehr hohe Energie. Wenn Uran vom menschlichen Organismus aufgenommen wird, kann es die Zellkerne mit den Erbinformationen schädigen.

Woher stammt das Uran, das 2017 im menschlichen Urin nachgewiesen wurde?

Die Suche nach dem Ursprung der ungewöhnlichen Uranfunde gestaltet sich wie ein Krimi. Immerhin gibt es verschiedene Mosaiksteine:

  • Der Schweizer Mediziner Carmine ist sicher: „Es muss irgendwie Anfang des Jahres eine größere Menge Uran insofern freigesetzt worden sein, dass Menschen das inkorporiert haben. Auf welchem Weg auch immer – sei es übers Trinkwasser, über die Nahrung oder über die Atmung. Ich denke mittlerweile, dass der Weg über die Einatmung der wahrscheinlichste ist, weil die regionale Verteilung sehr groß war.“
  • Eine entscheidende Rolle spielte offenbar auch das Wetter. Es herrschte damals nämlich eine ungewöhnlich lange austauscharme Wetterperiode. So konnten sich viele Schadstoffe, darunter Uran, in der bodennahen Luft anreichern. In der letzten Januarwoche und Mitte Februar 2017 entstanden windschwache Inversionswetterlagen. Dabei sind die oberen Luftschichten wärmer als die unteren und halten diese am Boden. Und genau in dieser Zeit fanden die Mediziner in der Schweiz und in Deutschland den uranbelasteten Urin.
  • Uranaerosole, die durch den Einsatz von Uranmunition freigesetzt werden. Uranmunition wird intensiv eingesetzt seit 1990 in weltweiten Konflikten. So auch im Irak, in Afghanistan, Lybien, der Ukraine und in Syrien. Bei einem Treffer mit dieser Munition beginnt das auf über 3.000 Grad Celsius erhitzte Metall zu brennen. So entsteht ein Uranoxid-Aerosol, eine Gaslösung mit feinen Uranpartikeln, die der Wind fortträgt und weiträumig verteilt.
  • Uranaerosole zum Beispiel aus dem Syrienkrieg können bis zu uns nach Mitteleuropa gelangen, sagt der Kernphysiker Martin Kalinowski. Er ist zuständig für weltweite Radioaktivitätsmessungen bei der „Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen“ mit Sitz in Wien. Diese radioaktiven Schwebeteilchen können beliebig lange in der Luft bleiben und lange Reisen vornehmen, sie können aber auch als Staub zur Erde fallen oder von Regen und Schnee herunter gewaschen werden. Das ist nach einer langen Trockenperiode wahrscheinlich mit dem Uran geschehen, das Anfang 2017 in der Schweiz und im Raum Düsseldorf im Urin von Menschen gefunden worden ist.

Weitere Uran-Quellen in unserem Lebensumfeld

  • Uran gelangt durch die Verbrennung von Kohle in die Luft
  • Europas gefährlichste uranhaltige Quelle für Flugasche sind die beiden Uralt-Braunkohlekraftwerke in der Nähe von Pristina im Kosovo. Die Weltbank bezeichnete das Werk „Kosova A“ bereits vor vielen Jahren als die „größte punktuelle Quelle für Umweltverschmutzung in Europa“ – die schlimmste Dreckschleuder auf dem Kontinent. Dessen Schadstoffausstoß, verteilt über riesige Gebiete, überschreitet die europäischen Grenzwerte bisweilen um das 70-Fache.
  • Uran steckt in den meisten Phosphatdüngern und gelangt so in Ackerboden und Trinkwasser
  • Seit Jahrzehnten sammelt sich in unseren Ackerböden Uran. Enthalten ist es in den meisten Phosphatdüngern. Die meisten natürlichen Phosphatvorkommen waren früher Meere, die dann ausgetrocknet sind. Im Meerwasser ist Phosphat und Uran drin. Wenn das austrocknet, gibt es Ablagerungen. Deshalb stecken in solchen natürlichen Phosphaten erhebliche Mengen an Uran.
  • Allein die deutsche Landwirtschaft hat bisher in all diesen Jahrzehnten um die 15.000 Tonnen Uran ausgebracht. Konservativ geschätzt. Ein Teil davon sammelt sich nicht in den Ackerböden, sondern gelangt ins Grundwasser gelangt und damit in unser Trinkwasser. Deswegen ist verseuchtes uranbelastetes Trinkwasser die wohl unmittelbarste Gefahr, die vom Uran ausgeht.

Seit Jahrzehnten sammelt sich in unseren Ackerböden Uran. Enthalten ist es in den meisten Phosphatdüngern.

Ist Uran gesundheitsschädlich?

Mehrere Studien legen nahe, dass Kinder von mit Uran belasteten Eltern sehr wahrscheinlich ein größeres Risiko haben, mit Missbildungen geboren zu werden, sagt Thomas Carmine. Weil Uran die Erbsubstanz schädigen könne. In mehreren Experimenten und anhand von Einzelfällen sei zudem belegt worden, dass Uran das Risiko erhöht, an Knochenkrebs zu erkranken.

Wie wird Uran freigesetzt?

Normalerweise bleibt die Uran-Strahlung im Gestein gefangen. Gefährlich wird sie erst, wenn radioaktive Partikel vom Körper aufgenommen werden. Uran-238 hat eine Halbwertszeit von fast viereinhalb Milliarden Jahren. Es zerfällt in mehreren Schritten zu Folgeelementen wie Thorium, Radon, Radium und Polonium. Diese Zerfallsprodukte sind dabei erheblich radioaktiver als das Uran selbst.

Wie äußert sich eine Uran-Vergiftung?

Die ersten Symptome einer Uranvergiftung sind Müdigkeit, längere Erholungszeiten nach dem Sport beispielsweise. Leichte Depressivität. Wenn Sie höhere Uran-Konzentrationen haben, dann können auch Organe nachhaltig geschädigt werden. Vor allem die Nieren, das Knochenmark, die Leber und auch das Nervensystem.

Uran ist nicht primär wegen seiner Radioaktivität gefährlich, sondern wegen seiner toxischen Wirkung

Laut WHO-Richtlinien sollte ein Erwachsener weniger als ein Mikrogramm Uran pro Tag und Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Sonst drohen Langzeitschäden. Etwa der Niere. Der WHO-Wert ist oberstes Limit. Er wurde auf politischen Druck hin mehrmals nach oben korrigiert. Dennoch wird sorglos tonnenweise kontaminierter Dünger auf Äckern ausgebracht. Deshalb fordern Experten, dass endlich ein Grenzwert für Uran im Dünger festgelegt werden soll.

——–

* Die zwischen Februar und Mai 2017 gemessenen Werte lagen zwischen 0,4 und 1,1 ygU238/gCrea im so genannten „provozierten Urin“. Vorher und nachher lag dieser Wert in der Regel weit unter 0,1.

Weiter lesen auf:

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/uran-risiko-vergiftung/-/id=660374/did=20824488/nid=660374/zlxq6s/index.html
Bildredakteur:

YouTube Unser Planet RT Qi-Technologies Niki Vogt Guido Grandt Eva Maria Griese connectiv.event Anti Spiegel

Textredakteur:

Zentrum für neuroregenerative Medizin Zentrum der Gesundheit YouTube Yavuz Özoguz Wolfgang H. Meyer Wolfgang Eggert Walter Häge Uta Faerber Unsere Kur Unser Planet Tina Knabe Thomas Röper Tagesdosis sto. sternenlichterblog2 Selbstheilung Online Russia Beyond RT Rainer Taufertshöfer Qi Technologies Pressetext Pravda TV Pierre Kranz Peter Denk Peter Andres Orania Zentrum Oliver Nevermind Oliver Nevermid Oliver Janich Niki Vogt NADH NachdenkSeiten Mikro Dosus Martin Strübin Martin Auerswald Marc Friedrich & Matthias Weik Lebensfreude aktuell Kopp Jasinna Jakob Brand Impfen nein Danke HeilKräuterInfos Guido Grandt Gottfried Glöckner Giuseppe Nardi genesis pro life Freie Medien Eva Maria Griese Erich Hambach Eric Epenberger EMG Dr. Wolfram Fassbender Dr. Reinhard Kobelt Dr. Rath Dr. med. Maria Iliadou-Maubach Dr. Marcel Polte DAS HANFBLATT Daniel Prinz connectiv.events caltech Body Effects Arthur Tränkle ARTE Anna Maria August Andreas Humbert  Andreas Beutel Ali Erhan Airnergy AE aus P in Z  Mikro Dosus

Quelle:

SWR

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This