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(foto: Stefan Groß)

SEBASTIAN KURZ: DER ANTI-MERKEL WIRD ÖSTERREICHISCHER BUNDESKANZLER

16. Oktober 2017 | Politik | Geo-Politik | Die Unbestechlichen

Während viele Medien hierzulange Österreich mit einem Bundeskanzler Sebastian Kurz in die rechte Ecke schieben, Nationalismus und Rechtsruck inklusive, die Wahl als Debakel des Anti-Demokratischen illustrieren, das dem Deutschen Liberalismus diametral entgegenläuft, betritt mit Bundeskanzler Sebastian Kurz hingegen ein Antimachiavell die politische Bühne, der mit neuen Wind segelt.

Sebastian Kurz ist so etwas wie der Ferrari unter den Politikerin. Elegant, eloquent, schnell und vor allem mit Design. Schon titeln die Medien vom Donau-Messias. Wo Kurz erscheint, bebt die Masse. Kurz hat etwas von einem Rockstar mit einem ausgeprägten Anti-Merkel-Effekt.

Roland Barthes schrieb einstmals ein viel beachtetes Buch: die „Mythen des Alltags“, und darin postulierte er den Citroën als neuen Mythos und stellte ihn in die Tradition der gotischen Kathedrale. War diese einst Leuchtzeichen einer aufstrebenden Kultur, so wurde der neue Citroën zum Inbegriff einer exklusiven Moderne und zum Kultdesign des 20. Jahrhunderts, zum Modernitätssignal einer aufbrechenden, disruptiven Avantgarde.

Ein Mythos ist der 31-jährige Kurz zwar noch nicht, aber er könnte einer werden. Die etablierte politische Welt betrachtet ihn argwöhnisch, verachtet ihn und stellt ihn als eitlen Snob in die rechte Ecke. Aber Kurz ist eben eines nicht – Robert Musils Romanfigur “Ulrich”, ein Mann ohne Eigenschaften, der wie ein Pendel hin und her schlägt und sich jeder konkreten Festlegung entzieht, um sich neue Optionen und Konstellationen offen zu halten.

Während die Schulz’ und Merkels dieser Welt permanent auf Sicht fahren, das Taktieren, das Palavern, die Intrige und die rhetorische Sophistik wie eine Klaviatur hoch und runter spielen und eine Politik des langen Atems bis zur Erschöpfungslosigkeit auffahren, bis hin zur Ödnis, zur politischen Einöde und Eindimensionalität, ist Kurz bei allen seinen Entscheidungen eben kurz und prägnant.

Vom Underdog ins Zentrum der Macht

Ernst Cassirer würde ihn gar als einen verstehen, der symbolisch agiert, in dem sich symbolische Prägnanz und symbolische Form, Wahrnehmung Tatsachenerfahrung, eben politische Realität und ein aufgeweckter, kreativer und beweglicher Geist miteinander vereinen. Anders gesagt. Kurz entwirft nicht in die Zukunft hinein, sondern reagiert auf tagespolitischer Bühne, auf das, was der Fall ist. Und er macht es besonnen, aber nicht ohne perfekte Inszenierung; und seinen politischen Gegnern zum Trotz, tut er das nicht unreflektiert, sondern vielmehr spielerisch und galant, ein Österreicher eben, den nicht der politische Apparat ins Amt gespült hat, der nicht im Netzwerk aufgefangen und in der Macht installiert wird, sondern der den amerikanischen Traum vom Underdog zur politischen Spitze durch die Mühen der Ebene hindurch peu à peu geschritten ist, vom Arbeitermilieu der unterprivilegierten Wiener Vorstadt ins Zentrum der Macht.

 

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Quelle:

Die Unbestechlichen

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