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Steve Bannon, Bild: Wikimedia Commons, Gage Skidmore, Bildlizenz: cc-by-sa-2.0

Steve Bannon (aka der Dunkle Lord) will eine Krypto-Währung für Populisten

29. Juli 2018 | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | Junge Freiheit

Groß war die Aufregung in dieser Woche, als das US-Nachrichtenportal Daily Beast berichtete, Trumps ehemaliger Berater Steve Bannon wolle eine neue Stiftung zur Unterstützung „rechtspopulistischer“ Parteien in Europa gründen. Viel mehr als Gerüchte gab diese Meldung nicht her, doch Nachrichten aus der Bitcoin-Szene könnten ein paar Teile zur Lösung des Puzzles liefern.

So berichten IT-Magazine wie Wired und einschlägige Blogs aus der Welt der Kryptowährungen, daß Bannon ein eigenes digitales Geld schaffen wolle. Mit seinem Unternehmen Bannon & Company wolle er eine „Kryptowährung für Populisten“ erschaffen. Zur Umsetzung habe er Jeffrey Wernick engagiert, einen ehemaligen Investmentbanker von Salomon Brothers. Die Medienwelt fragt sich nun, ob AfD und FPÖ also bald digitale Geldspenden über Bannons Netzwerk erhalten könnten.

 

 

 

Was sind Kryptowährungen?

Dieses digitale, vor allem anonym nutzbare Geld, basiert auf der Blockchain-Technologie und erhält erst durch kryptographische, das heißt Verschlüsselungsmethoden, die für eine Währung nötige Sicherheit. Die zugrunde liegende Blockchain („Block-Kette“) ist ein digitales Register, in das Transaktionen eingetragen werden.

In jedem Block der Bitcoin-Kette beispielsweise finden zurzeit rund 1.400 Transaktionen Platz. Die Blockchain funktioniert dezentral, wird also von vielen Millionen angeschlossenen Rechnern gepflegt. Verschiedene Protokolle und Programmroutinen sorgen dafür, daß jeder Teilnehmer eine Transaktion akzeptiert, sie auf seinem eigenen Computer abspeichert und die Blockchain entsprechend konfliktfrei weitergeführt wird. Ziel ist es vor allem, daß Geld nicht zweimal ausgegeben werden kann.

Damit ersetzt die Blockchain zentrale Institutionen wie beispielsweise eine Bank, die bei nicht digitalen Währungen die entsprechenden Verzeichnisse in Form von Konten führen. Bitcoin und ähnliche Währungen funktionieren damit unabhängig von zentralen Verwaltungen. Große menschliche Gemeinschaften können Vermögenswerte und Transaktionen über Länder und Kontinente hinweg autonom organisieren und dokumentieren.

Den Zentralbanken die Kontrolle wegnehmen

Im März 2018 machte auch Steve Bannon auf diesen wichtigen Aspekt aufmerksam. Kryptowährungen seien nach seiner Ansicht ein wichtiges Werkzeug. „Wir nehmen den Zentralbanken die Kontrolle weg“, sagte er damals bei seiner Rede im schweizerischen Zug.

Auf einem Akademikertreffen in Harvard thematisierte Bannon wenig später die mögliche Gründung einer eigenen Kryptowährung erstmals öffentlich. Er nannte sie scherzhaft „deplorables coin“ – eine Anspielung auf Hillary Clinton, die Trump-Anhänger im Wahlkampf als „basket of deplorables“ (einen Korb voller Bedauernswerter) bezeichnet hatte.

Unter der Obhut von Steve Bannon könnte das Projekt durchaus Erfolg haben. Er hat sich bereits ausgiebig mit der Thematik rund um Kryptowährungen befaßt und kennt die Schwachstellen des Zentralbankensystems. Mit mehreren Krypto-Investoren gab es bereits Gespräche. Hedgefonds-Manager Timothy Lewis zeigte sich beeindruckt darüber, wie detailliert Bannon über die Technologie und die Herausforderungen Bescheid wußte, berichtete die New York Times. Bannon habe „seine Hausaufgaben eindeutig gemacht“.

 

 

Identifizierung von Spendern

Das Themenfeld Parteienfinanzierung erhielte auf diesem Wege mit Sicherheit eine neue interessante Angriffsfläche. Ob sich Krypto-Fonds in diesem Zusammenhang mit demokratischen Regelwerken vertragen, ist lebhaft zu diskutieren. Zumindest müßte Bannons Kryptowährung die Identifizierung der Spender preisgeben können. Anonyme Transaktionen, wie sie Bitcoin und Co. aktuell ermöglichen, wären in diesem konkreten Zusammenhang äußerst zweifelhaft.

 

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Quelle:

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