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Studie: Wale und Delfine haben menschenähnliche Kultur und Gesellschaft

19. Oktober 2017 | Grenzwissenschaften | Wissenschaft | Forschung | grenzwissenschaft-aktuell

Manchester (Großbritannien) – Wale und Delfine leben in eng geknüpften sozialen Gruppen, bilden komplexe Beziehungen, sprechen miteinander und das zudem in regionalen Dialekten. Damit teilen die Meeressäuger zahlreiche Eigenschaften mit uns Menschen, die zudem – auch das zeigt die aktuelle Studie – mit der proportionalen Hirngröße der Arten einhergeht, obwohl die Struktur unserer Gehirne sich deutlich unterscheidet.

Wie das internationale Team aus Wissenschaftlern um Dr. Susanne Shultz von der University of Manchester aktuell im Fachjournal “Nature Ecology & Evolution” (DOI: 10.1038/s41559-017-0336-y) berichtet, handele es bei dem Ergebnis der Untersuchungen um die erste umfangreichen Datenerfassung zu Hirngröße und dem sozialen Verhalten von Walen.

Hierzu haben die Forscher Information zu 90 unterschiedlichen Arten von Walen, Delfhinen und Schweinswalen zusammengetragen und können nun anschaulich aufzeigen, dass die Tiere hochentwickelte soziale und gemeinschaftliche Verhaltensweisen entwickelt haben, wie sie vielfach auch die Grundlagen der menschlichen Kultur ausmachen. Die Studie zeigt zudem, dass diese sozialen und kulturellen Eigenschaften mit der Größe und Ausdehnung des Gehirns (der sog. Encephalisation) einhergehen.

Die Liste an Verhaltensähnlichkeiten zwischen Walen, Menschen und anderen Primaten ist demnach lang:

– Komplexe Verhältnisse untereinander. Gemeinsames Arbeiten zum gemeinsamen Wohl.
– Soziale Weitergabe von (Jagd-)Techniken. Das Lehren von Jagdmethoden und Werkzeugnutzung.
– Gemeinschaftliches Jagen.
– Komplexe Laute-Kommunikation mit regionalen Gruppendialekten. Direkte “Ansprache” untereinander.
– Vokalnachahmung und individuelles “Signatur-Pfeifen” bzw. Nutzung von individuellen “Namen”.
– Spezifische Zusammenarbeit mit Menschen und anderen Arten.
– Mithilfe bei der Aufzucht fremden Nachwuchses (Alloparenting).
– Soziales Spielen.

“Die Fähigkeit von uns Menschen, mit unserer Umwelt und unseren Artgenossen in einen sozialen Kontakt zu treten und Freundschaften zu pflegen, hat es uns ermöglicht, nahezu jedes Ökosystem und jede Umwelt auf diesem Planeten zu kolonialisieren”, kommentiert die Evolutionsbiologin Susanne Shultz die Ergebnisse ihrer Studie. “Wir wissen, dass Wale und Delfine ebenso wie wir über ein außergewöhnlich großes und anatomisch komplexes Gehirn verfügen, weshalb sie auch eine uns ähnliche, aber eben meeresbezogene Kultur entwickelt haben.”

 

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Quelle:

grenzwissenschaft-aktuell

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