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Tabuthema: Die Geschichte des Antisemitismus in der Freimaurerei!

22. April 2020 | Allgemein | Geschichte | Kriege | Revolutionen | Kultur | Kunst | Musik | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

von Guido Grandt 

Ein Tabu-Thema des „humanitären“ Geheimbundes der Freimaurerei ist der historische Antisemitismus!

Alles dazu hier!

Unter König Edward I. waren die Juden aus England ausgewiesen worden (1290). Cromwell versuchte von Holland aus, ihnen wieder ein Siedlungsrecht auf der Insel zu verschaffen und unter Karl II., der von den Juden finanziell unterstützt wurde, gelangten sie wieder nach England.

Erstmals tauchen 1723 und 1725 jüdische Namen in den englischen Logenlisten auf. Ob dies am allgemeinen Zeitgeist lag, in der Juden eine untergeordnete Stellung einnahmen und beispielsweise in England erst 1723 das Recht erlangten, Grundbesitz zu erwerben und vor 1753 nicht einmal Staatsbürger werden konnten, oder an einer Schrift über die Dreieinigkeit von James Anderson, dem Autor der Alten Pfichten, also der freimaurerischen »Großlogenverfassung«, die sich unter anderem auch entschlossen gegen die Juden richtete , mag dahingestellt bleiben.

Fakt war, dass einige Christen Anstoß an freimaurerischen Juden nahmen. 1932 kündigte Henley, ein berüchtigter Straßenredner, eine Rede gegen die »Judenmaurer« an. Die Tranquillity Lodge No. 18 lehnte 1791 sogar die Aufnahme von Juden »für ewige Zeiten« ab.

Paradoxerweise wurde sie fast 60 Jahre später, 1849, von jüdischen Maurern wiedererweckt, nachdem sie lange Jahre ruhte. So kam es auch, dass reine »Judenlogen« gegründet wurden, wie beispielsweise Samson 1668 oder Barnato 2265.

Auch in den USA gab es neben anderen auch ausschließlich jüdische Logen. Sie gehörten derselben Großloge an und hielten an der striktesten Einhaltung der Alten Pflichten fest.

 

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Dennoch kam es vor allem an der Ostküste zu Spannungen, so dass 1843 in New York von Heinrich Jones, einem ausgewanderten deutschen Maschinenbauer, der »Unabhängige Orden B’nai B’rith« (= United Order of B’nai B’rith (U.O. B.B.) gegründet wurde, der nur Juden aufnahm und -nimmt.

Die »Söhne des Bundes« arbeiten an ihrer »moralischen und ethischen Vervollkommnung« und wollen alle Israeliten vereinigen, »zur Förderung der höchsten Interessen der Menschheit« (aus der Satzung der Berliner Berthold-Auerbach-Loge III.) . Der Orden will unpolitisch sein, aber einige seiner Publikationen vertreten eine andere Ansicht. Es heißt, dass der der Einfluss auf die internationale Politik nicht unerheblich sein soll.

»Die antisemitischen Tendenzen in den Logen des 19. Jahrhunderts waren zweifellos ausschlaggebend für die Gründung von B’nai B’rith, da in den seltensten Fällen Juden der Zutritt zu den Logen gewährt wurde«, heißt es im Internationalen Freimaurer Lexikon auf Seite 140. Denn nur Christen fanden lange und ausschließlich Eintritt in die Logen.

Frauen wird der Eintritt in B’nai B’rith verwehrt, hingegen haben die Logen Frauenvereinigungen und Jugendbünde angegliedert.

1882 tauchte er auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten auf. B’nai B’rith ist also ein reiner Männerbund innerhalb der jüdischen Glaubensgemeinschaft, der nach äußeren Kennzeichen in die gleiche Kategorie wie die Freimaurerei gehört, mit dieser aber weder nach Entstehung noch seiner Arbeit oder Organisation zu tun hat.

Manche Freimaurer-Großlogen verbieten ihren Mitgliedern sogar den Beitritt. Die völkische Propaganda im Dritten Reich fand im B’nai B’rith offenbar die Bestätigung, den Beweis, dass Judentum und Freimaurerei Hand in Hand gingen und mit ihren »geheimen Oberen« eine Weltverschwörung gegen Deutschland anzettelten.

 

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Die »Söhne des Bundes« zählten in den 1990er Jahren in 45 Ländern mit rund 1700 Logen über 500 000 Mitglieder, einen bedeutenden Teil davon alleine in den USA. Die europäische Zentrale befindet sich in Straßburg, die deutsche in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Orden von der Bundesrepublik Deutschland Entschädigungsleistungen für seine Verluste während der Naziherrschaft. Unter anderem wurden auch Grundstücke zurückerstattet.

Auch in Deutschland hatten die Freimaurer Probleme, Juden in ihre Reihen aufzunehmen, denn diese als »gleichberechtigte« Mitglieder zu betrachten, war eine unmögliche Vorstellung.

Antisemitismus pur also.

Der Meister der Loge »Drei Weltkugeln« sprach 1763 das aus, was wohl die meisten dachten: nur ein Christ kann Mitglied des Ordens werden.

Drei Jahre später wies die Frankfurter Loge »Zur Einigkeit« das Gesuch einer Logengründung in Kassel zurück, weil sich unter den Gründern auch ein »Kind Israels« befand! Erst 1774 gewährte die National-Mutterloge jüdischen Freimaurern wenigstens das Besuchsrecht in den Johannisgraden. Dennoch lehnte sie ihre Aufnahme weiterhin ab.

1815 verweigerten die drei Berliner Großlogen Juden die Zulassung. Einige Jahre zuvor, 1808, gründeten unter der Schirmherrschaft des Grand Orient de France Frankfurter Juden, die in Frankreich in Logen aufgenommen worden waren, die Loge L’Aurore naissante»Zur aufgehenden Morgenröte«.

Freimaurern war diese »Judenloge« freilich ein Dorn im Auge, aber es gelang ihnen nicht, sich ihrer zu entledigen, auch wenn sie mit allerlei »Tricks« arbeiteten, wie beispielsweise der Einführung des christlichen Prinzips. Als die »Judenloge« dann auch noch von der englischen Großloge legalisiert wurde, fühlten sich die christlichen Freimaurer brüskiert, erklärten der englischen Mutterloge demonstrativ den Austritt und gründeten die unabhängige »Große Mutterloge des Eklektischen Bundes«, die sich später spaltete und 1933 bei der Machtübernahme der Nazis auflöste.

 

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Auf meine diesbezügliche Anfrage bei den deutschen Großlogen erhielt ich keine Antwort.

Wieder war es der österreichische Großmeister, der mir mitteilte: »In Österreich gibt es aus einer Reihe von Gründen kein historisches und schon gar kein aktuelles antisemitisches Problem. Das hat mit der wenig christlichen und stark laizistischen Tradition der österreichischen Freimaurerei zu tun und mit dem traditionell relativ hohen Anteil an Juden in der österreichischen Freimaurerei. Auch wenn es den einen oder anderen ›Fall‹ in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gegeben haben mag, ist die österreichische Freimaurerei mit diesen punktuellen Fällen immer sehr rasch und sehr gut fertig geworden. Dass zur Nazizeit die österreichischen Freimaurer genauso wie die Juden und auch deswegen, weil es hier viele Überschneidungen gab, verfolgt wurden, ist wohl eine bekannte Tatsache.«

Doch die Wirklichkeit sah vielen Orts anders aus: Selbst jüdische Brüder englischer Logen wurden nicht einmal mit ihren Ausweispapieren zu den meisten preußischen Freimaurerlogen zugelassen.

Erst 1841 nahm eine Tochterloge der Großloge von Hamburg einen Juden als Vollmitglied auf. Eine Sensation in Deutschland! Die National-Mutterloge beharrte dagegen immer noch streng auf dem christlichen Prinzip.

Der Antisemitismus in den Freimaurerlogen nahm solche Ausmaße an, dass sogar der »Deutsche Großlogenbund« reagieren musste und 1881 »angesichts der traurigen, für unsere Zeit unerhörten Vorgänge, die an längst versunkene Jahrhunderte erinnern« eine Erklärung gegen diese Judenfeindlichkeit herausbrachte. Er bezeichnete es als Pflicht »alle Bundeslogen und ihre einzelnen Mitglieder aufzufordern, der so genannten antisemitischen Ausschreitung entschlossen und energisch entgegenzutreten«.

 

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Antisemitismus unter Freimaurern wurde scheinbar auch in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg betrieben.

»Zweifellos konnten sich vielfach Freimaurer der Zwischenkriegszeit dem anschwellenden Antisemitismus nicht entziehen, der vielfach lager- und klassenübergreifend die Gesellschaft durchsetzte … Zweifellos sind aber auch in der Freimaurerei, die ja nur ein Spiegel der Gesellschaft sein kann, antisemitische Traditionslinien eingeflossen«, heißt es dazu im Internationalen Freimaurer Lexikon.

In einigen Großlogen glaubte man dem Antisemitismus »auch aus Opportunitätsgründen namhafte Konzessionen machen zu müssen«. Einige sahen ein, dass sich all dies nicht miteinander vereinbaren ließ, entfernten Unruhestifter und bekannten sich zu Toleranz. Dennoch führte die »antisemitische Frage« letztlich zur Sprengung des »Deutschen Großlogenbundes«.

Das ist schlimm und bedenklich genug und kann meines Erachtens nicht entschuldigt werden, obwohl es aus Freimaurerkreisen heißt: »All das ist als bedauerliche Zeiterscheinung zu verzeichnen, hat aber mit dem wahren Inhalt der Freimaurerei nichts zu tun und wird von den Geistigen aller Lehrarten abgelehnt.«

Obwohl Antisemitismus und Freimaurerei dem Sinn nach unvereinbar sind, scheint interessant und sehr bemerkenswert für einen »humanitären« Bund, dass es viele Jahre »antisemitische Tendenzen« in den Freimaurerlogen gegeben hat und Juden deswegen sogar ihre eigenen Logen, beispielsweise B’nai B’rith, gründen mussten.

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Unter dem Stichwort »Rassenhass« finden wir im Internationalen Freimaurer Lexikon folgendes: »Rassistisch motivierte Ausgrenzung liegt eindeutig in jenen freimaurerischen Milieus des 19. und 20. Jahrhunderts vor, die Juden (z.B. Amerika, Deutschland) oder Farbige (z.B. Nordamerika) nicht aufnahmen …«

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Dies ist ein Auszug aus meinem Standardwerk zur Freimaurerei

 


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