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Tödliche Einwanderung: Azteken wegen eingeschleppter Salmonellen ausgestorben

30. Mai 2018 | Geschichte | Kriege | Revolutionen | Medizin | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Einwanderung tötet die autochthone Bevölkerung. Anhand von Untersuchungen in Mexiko konnten Wissenschaftler nachweisen, dass die Azteken im 16. Jahrhundert nicht nur durch blutige Gewalt nahezu ausgerottet wurden, sondern in erster Linie durch eingeschleppte Krankheiten der spanischen Eroberer. Neben Masern und Pocken waren es vor allem Salmonellen, durch die 15 Milölionen Azteken zwischen 1545 und 1550 den Tod gefunden haben.

Als der spanische Konquistador Hernan Cortes im Jahr 1519 in Mexiko einzumarschieren, lebten rund 25 Millionen Menschen im großen und mächtigen Aztekenreich. Achtzig Jahre danach waren es nur noch rund eine Million. Dabei raffte die Pockenepidemie acht Millionen Ureinwohner Mexikos dahin. Überdies forderte die Pest, die Grippe, Masern- und Mumps, einen hohen Todeszoll. Am Ende überlebte nur noch eine knappe Million die Einwanderung aus Europa. Das Immunsystem der eingeborenen Bevölkerung war nie in Berührung mit den Krankheitserregern der Conquistadoren aus Europa gekommen. Bei den Azteken wurden die eingeschleppten Seuchen mit dem Ausdruck Cocoliztli benannt.

Zeitgenössische Beschreibungen enthalten die genauen Beschreibungen der Symptome und Verläufe der verschiedenen „Cocolitztli“, so dass man daraus schon etwas über den Erreger vermuten kann. Man tippte teilweise auf hämorrhagisches Fieber, hatte aber auch Grippe, Mumps, Masern, Pocken und Pest. Die genauen Erreger konnte man bisher aber nicht dingfest machen, denn die Symptome, die durch die Infektion mit verschiedenen Bakterien oder Viren verursacht werden, können einander sehr ähnlich sein, oder die Symptome, die durch bestimmte Krankheiten hervorgerufen werden, können sich in den letzten 500 Jahren verändert haben.

Die Cocoliztli-Epidemie, deren Ursache bislang nicht identifiziert werden konnte, gehört zu den verheerendsten Epidemien auf den amerikanischen Kontinenten während der Kolonialzeit. Schon Alexander von Humboldt hatte vor mehr als 200 Jahren über die Ursache dieser Seuche spekuliert. Sie grassierte in großen Teilen Guatemalas und Mexikos, einschließlich der mixtekischen Stadt Teposcolula-Yucundaa in Oaxaca, Mexiko.

Archäologische Ausgrabungen an der Grabungsstätte Teposcolula-Yucundaa, einem wichtigen politischen Zentrum der alten Mixteken. Nach der Epidemie wurde die Siedlung ins Tal verlegt und der Standort auf der Spitze des Berges wurde aufgegeben.

Archäologische Ausgrabungen an der Grabungsstätte Teposcolula-Yucundaa, einem wichtigen politischen Zentrum der alten Mixteken. Nach der Epidemie wurde die Siedlung ins Tal verlegt und der Standort auf der Spitze des Berges wurde aufgegeben. Christina Warinner; mit freundlicher Genehmigung des archäologischen Projektes „Teposcolula-Yucundaa“

 

Seuchenfriedhof Teposcolula-Yucundaa erzählt die alte Geschichte

Informationen über die vielseitigen Seuchen und das Sterben der Azteken fanden die Forscher in den menschlichen Überreste auf einem uralten Friedhof in der mexikanischen Stadt Teposcolula-Yucundaa. Ein internationales Forschungsteam entnahm Proben aus den Gräbern und analysierte das Genom von 29 Skeletten auf dem Friedhofsgelände. Dafür kamen modernste Analyseprogramme zur Anwendung, mittels derer die Wissenschaftler die in den Proben enthaltene DNS von Bakterien bestimmen konnten. Die Vermutungen aufgrund der alten Chronistenbeschreibungen erwiesen sich als ziemlich zielführend.

Der Friedhof steht gesichert mit den Seuchentoten von damals in Verbindung, wurde aber bis zu diesen Grabungen noch nie geöffnet. Die examinierten Proben belegten das Vorhandensein einer Salmonellen-Unterart, die das „enterische Fiber“ – also mit unstillbarem Brechdurchfall verbundenes Fiber – belegt. Dabei trocknet der Körper massiv aus und die schweren Magen-Darm-Infektionen machen auch das Beibehalten von Flüssigkeit und Nahrung unmöglich. Eine sehr schwere Form davon heißt heute Typhus. Heute gilt die Krankheit als weltweite Bedrohung. Allein im Jahr 2000 traten schätzungsweise 27 Millionen Krankheitsfälle auf.

Übersichtskarte von Teposcolula-Yucundaa. Die Karte zeigt die Lage der Siedlung in der Mixteken-Region von Oaxaca. Åshild J. Vågene et al. Salmonella enterica genomes from victims of a major 16th century epidemic in Mexico. Nature Ecology and Evolution.

Eine neue Möglichkeit, historische Seuchen und Krankheiten zu identifizieren

„Angesichts des historischen und archäologischen Kontextes von Teposcolula-Yucundaa bot sich uns die einzigartige Gelegenheit, die Frage nach den mikrobiellen Ursachen dieser Epidemie zu beantworten“, erklärt Åshild J. Vågene vom MPI für Menschheitsgeschichte. Nach der Epidemie war die Stadt aufgegeben und von der Spitze eines Berges in das benachbarte Tal verlegt worden, sodass der Friedhof bis zu den archäologischen Grabungen im Wesentlichen unberührt geblieben war. Diese Umstände machten Teposcolula-Yucundaa zu einem idealen Ort, um bei der Suche nach den Ursachen der Epidemie eine völlig neue Herangehensweise zu testen.

„Dieser neue Ansatz erlaubt es uns, Skelette in breit angelegten Untersuchungen auf alle Erreger hin zu untersuchen, die möglicherweise in ihnen vorhanden waren“, sagt Johannes Krause, Direktor der Abteilung für Archäogenetik am MPI für Menschheitsgeschichte und Leiter der Studie. Und Kirsten Bos, Forschungsgruppenleiterin am MPI für Menschheitsgeschichte, fügt hinzu: „Dies ist ein entscheidender Fortschritt in den Methoden, die uns zur Erforschung vergangener Krankheiten zur Verfügung stehen. Wir können nun die Anwesenheit zahlreicher infektiöser Organismen in archäologischem Material überprüfen. Das ist besonders relevant für Fälle, in denen die Ursache einer Krankheit zuvor nicht bekannt war.“

 

Quelle: MAx-Planck-Institut für Mernschheitsgeschichte: http://www.shh.mpg.de/787592/possible-cause-of-early-colonial-era-mexican-epidemic-identified

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