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„Tolerante“ Linke will Bücher in Postdamer Bibliothek zensieren

1. Januar 2018 | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | Compact Online

Die Linksfraktion „Die Andere“ hatte bei der Stadbibliothek Potsdam angefragt, ob die Zielsetzung des Potsdamer Aktionsplanes für Toleranz und Demokratie auch im Bücher- und Medienbestand ihre Umsetzung finde. Man kann diese Frage nur mit Ja beantworten. Allerdings nicht im Sinne der linken Splitterfraktion.

Denn „Die Andere“ versteht unter „Toleranz“ und „Demokratie“ die ausschließliche Aufnahme linker Literatur und Sachbücher. Die Stadtbibliothek hingegen versteht die beiden Begriffe eher im pluralistischen Sinne. Das heißt, in ihrem Bestand sind auch Bücher wie „Finis Germania“, „Die Asyl-Industrie“ und „Kontrollverlust“ zu finden.

Die Bibliotheksleitung schrieb in ihrer Antwort, es sei ihr Auftrag, Literatur und Medien „aller Genres zu sammeln, zu erschließen und zu vermitteln“. Das schließe auch „weltanschaulich tendenziöse Schriften und Medieninhalte ein, wenn sich diese im gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs befinden“. Der politische Meinungspluralismus muss sich im Bestand spiegeln. Auch wenn die Bibliotheksleitung die Tendenz mancher Bücher nicht teile.

Um den Postdamer Bürgern eine freie Meinungsbildung zu ermöglichen, seien oppositionelle Bücher in „geringem Umfang“ im Repertoire. Auch der Dachverband, der Bibliotheks- und Informationsverein, teile diese Haltung und wende sich gegen Zensur.

Natürlich fand die „tolerante“ Linksfraktion das gar nicht gut. Die Antwort der Stadtverwaltung belege, dass „keinerlei Problembewusstsein bei Stadtspitze und Leitungsebene der Bibliothek vorhanden ist“. Die „tolerante“ Linke hätte also gerne Zensur gehabt.

Klar, ein Buch wie „Kontrollverlust“, dessen Verbrechen darin besteht, direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild zu fordern, auf dass die Bürger wieder mehr Kontrolle über politische Entscheidungen erhalten, darf natürlich nicht in die Hände der Unterschichten geraten. Denn für jene, die sich Bücher nicht leisten können, sind Bibliotheken ja gedacht. Deshalb ist die Konsequenz der Zensurforderung: Wenn du arm bist, darfst du nur konformistische Schriften lesen.

Support kriegen „Die Anderen“ von den Potsdamer neuesten Nachrichten: Deren Redakteur fragt in einem Kommentar: „Dürfen absurde Verschwörungstheorien als normale Meinungsäußerung durchgehen?“ Seine Antwort lautet natürlich Nein. Dagegen warnte René Springer, Abgeordneter der AfD im Bundestag, vor linker Zensurwut. Als nächstes käme noch die Forderung, solche Schriften zu verbrennen. – „Bücherverbrennen gegen rechts“ – das wär doch mal was.

Kontrollverlust - Der SPIEGEL-Besteller von Thorsten Schulte

Kontrollverlust, Autor: Thorsten Schulte

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Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

Compact Online

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