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Uralte Bäume

12. Januar 2018 | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

von Niki Vogt

Es gibt Bäume, die haben tausende  „Weihnachten“ und Winter gesehen und leben immer noch. Sie haben den Aufstieg und Fall von Zivilisationen gesehen, Klimawandel überlebt und sogar die industrielle Entwicklung des Menschen überstanden. Sie sind wahre Majestäten. Der älteste (bekannte) Baum der Welt steht … nein, nicht in Nordamerika, sondern in Schweden und ist mindestens 9550 Jahre alt!

Die uralte Fichte steht auf dem Berg Fulu im Zentrum des Landes. Diese Entdeckung war für die Forscher eine Überraschung. Man hatte bisher angenommen, daß diese Landschaft erst sehr viel später von Pflanzen besiedelt worden sei, so Professor Leif Kullman.

„Old Tjikko“ ist – botanisch gesehen – eine „Gemeine Fichte“ (Picea abies), die in den Bergen in der schwedischen Provinz Dalarna wächst. Nur fünf Kilometer westlich liegt die norwegische Grenze. Old Tjikko ist der älteste lebende, individuelle Klonbaum. Es gibt noch ältere Klonkolonien, das sind mehrere Bäume, die durch ein gemeinsames Wurzelsystem verbunden sind, wie zum Beispiel Pando, dessen Wurzelsystem auf über 80.000 Jahre geschätzt wird.

Old Tjikko sieht unscheinbar aus, und mancher, der dorthin fährt, um den ältesten Baum der Welt zu sehen, ist enttäuscht, wie er da verlassen auf der felsigen Hochebene in Schweden steht. Der Stamm der relativ kleinen, unscheinbaren Fichte selbst wird auf nur einige hundert Jahre geschätzt. Aber der eigentliche Baum als Ganzes hat durch „Absenker“ überlebt, also das Wurzelschlagen eines Astes, der sich auf den Boden gesenkt hat, oder aber durch so genannte „vegetative Vermehrung“ – damit ist das Herauswachsen eines neuen Baumstamms aus dem noch lebendigen Wurzelsystem gemeint, nachdem der alte Stamm abgestorben ist. Somit überlebt das Wesen „Baum“ also viel länger.

Im Jahr 2004 wurde das uralte Steinzeit-Gewächs von Leif Kullman, einem schwedischen Professor für Physische Geografie, auf der Fulufjallet-Hochebene entdeckt. Leif Kullmann liebt die Natur. Den Baum nannte er nach seinem sibirischen Huskie „Old Tjikko“. Das Alter des Wurzelgeflechtes, aus dem Old Tjikko herauswächst, konnten Wissenschaftler durch die Radiokarbonmethode recht genau bestimmen.

„Während der letzten Eiszeit lag der Meeresspiegel etwa 120 Meter tiefer als heute. Der Meeresboden, über dem heute die Nordsee England und Norwegen trennt, war damals mit Wald bewachsen“, sagt Leif Kullmann. Der ständige Wind auf dem heutigen Hochplateau und die Kälte haben bewirkt, dass Old Tjikko „wie ein Bonsai“, so klein und knorrig gewachsen ist. „Große Bäume können nicht so alt werden“, meint der Professor. Für den kleinen, zerzausten Baum-Methusalem ist eine leichte Klimaerwärmung eine regelrechte Kur: Frost und ständiger Wind haben ihm schwere Schäden im Laufe der Zeit zugefügt. Das Leben ist sehr hart für ihn hier oben. Die uralte kleine Fichte freut sich sehr über etwas wärmere Temperaturen und scheint sich gut zu erholen.

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Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

connectiv.events

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