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US-Delegierte wollten eine WHO-Resolution verhindern, die das Stillen fördert

11. Juli 2018 | Familie | Soziales | Gesundheit | Ernährung | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Die USA haben es einmal wieder fertiggebracht, den Rest der Welt vor den Kopf zu stoßen.
Muttermilch gilt für kleine Babies als ideale Nahrung, da die Natur im Laufe der menschlichen Entwicklung die Muttermilch zum perfekten Nahrungsmittel herausgebildet hat. Sie ändert sich sogar im Laufe des Stillens, so dass das Kind immer die genau richtige Zusammensetzung bekommt. Alle Länder sollten die Mütter unterstützen und ermutigen, ihre Babies zu stillen und so das beste für ihre Gesundheit tun. Insbesondere sollten die Länder darauf achten, dass es keine Werbung für künstliche Säuglingsmilch gibt, die den Müttern – oder Eltern – den Eindruck vermittelt, die Ersatzmilch sei besser als die natürliche Brustmilch.
Elisabeth Sterken, Direktorin der „Infant Feeding Action Coalition“ in Kanada trug vor, dass vier Jahrzehnte Forschung die Wichtigkeit des Stillen belegt haben. Natürliche Muttermilch versorgt das Kind mit essentiellen Nährstoffen, den nötigen Hormonen und Antikörpern, die das Neugeborene gegen Infektionskrankheiten schützen. So dachten auch hunderte Delegierte der UN-Weltgesundheitsorganisation. Alle waren der Meinung, diese Resolution würde einstimmig und schnell auf einer Versammlung in Genf verabschiedet.
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Es waren auch alle begeistert dafür, mit Ausnahme der US-Delegierten. Schließlich sind die Baby-Milchpulver-Produkte ein Multimilliarden-Geschäft. Also versuchten die US-Delegierten mit aller Macht dagegen anzugehen. Insbesondere wollten sie die Passage aus der Resolution entfernen, die den Ländern empfahl, „das Stillen zu schützen, zu unterstützen und zu fördern“ und noch einen zweiten Passus, der die Mitgliedsstaaten dazu anhält, das Anpreisen von industriell erzeugter KIndernahrung einzugrenzen. Man könne all die gesunden und wichtigen Bestandteile in der natürlichen Muttermilch nicht ersetzen.

Zum Erstaunen der versammelten internationalen Gemeinschaft wehrten sich die US-Offiziellen vehement gegen die eigentlich einstimmige Resolution und versuchten, diese  Passagen des Resolutionstextes zu entfernen oder bis zur Unkenntlichkeit zu verwässern. Besonders die oben genannten Forderungen, das „Stillen zu schützen, zu fördern und zu unterstützen.“ waren den US-Delegierten ein Dorn im Auge. Die andere Textpassage, die dazu aufrief, „die Förderung von Lebensmittelprodukten zu beschränken, die nach Ansicht von Experten schädliche Auswirkungen auf kleine Kinder haben können“, schmeckte den US-Delegierten ebenso wenig.

Als die US-Delegierten zur Kenntnis nehmen mussten, dass sie mit ihren Forderungen nicht durchkamen, zogen sie andere Saiten auf und  wurden grob: Wie die New York Times mit Berufung auf anwesende Diplomaten und Regierungsangestellte berichtet, ging man offen dazu über, den wirtschaftlichen Werkzeugkasten zu öffnen und die Daumenschrauben anzuziehen. Als einen der Ersten traf es den kleinen südamerikanischen Staat Ecuador. Quito hatte sich angemaßt, die Resolution zur Förderung des Stillens anzunehmen. „Unverblümt“ wurde den Südamerikanern damit gedroht, mit „wirtschaftliche Strafmaßnahmen auf das kleine Land loszugehen und wesentliche militärische Hilfe zurückzunehmen.“ Prompt beugte sich Ecuador dem US-Diktat. Über ein Dutzend Teilnehmer der UN-Konferenz, die den Showdown miterlebt hatten, berichteten der Presse davon, wollten aber aus Angst vor US-Vergeltungsmaßnahmen anonym bleiben. Ihren Schilderungen nach wurden mit gleichen Drohungen ganz gezielt arme, afrikanische und lateinamerikanische Staaten unter Druck gesetzt, um einen Keil zwischen die Delegierten zu treiben. „Wir waren wie vor den Kopf gestoßen, entsetzt und tieftraurig“, beschrieb der Direktor der britischen Interessenvertretung Baby Milk Action, Patti Rundall, die allgemeine Stimmungslage:

„Was da geschah, war gleichbedeutend mit Erpressung. Die USA nahmen die Welt als Geisel, und versuchten, nahezu vierzig Jahre einvernehmlicher Überzeugung vom besten Weg, die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern zu schützen, vom Tisch zu fegen.“, gab Rundall zu Protokoll.

Dass die US-Delegierten mit dieser Aktion letztendlich doch scheiterten, führen die New York Times auf folgenden Umstand zurück:

„Am Ende waren die US-Bemühungen weitestgehend erfolglos. Es waren die Russen, die am Ende eingriffen, um die gemeinsame Resolution einzuführen – und die USA drohten ihnen nicht.“

 

Christina von Dreien

 

Das US-Außenministerium lehnte es im Folgenden ab, zu diesen Vorgängen Stellung zu beziehen. Das „Department of Health and Human Services“, war die Behörde, die federführend war bei dem Versuch, die Resolution kippen. Sie kämpfte in vorderster Front darum, die Entscheidung und den Wortlaut der Resolution für das Stillen zu verhindern. An den Drohungen etwa gegenüber Ecuador sei man angeblich aber nicht beteiligt gewesen. Man habe doch vor allem die Interessen von Müttern im Sinn gehabt.

„Die ursprünglich beabsichtigte Resolution errichte unnötige Hürden für Mütter, die ihre Kinder ernähren müssen. Aus verschiedenen Gründen sind nicht alle Frauen in der Lage zu stillen. Diesen Frauen wolle man im Interesse der Gesundheit ihrer Babies die Auswahl und Möglichkeiten für Alternativen geben – und dass diese Mütter nicht dafür stigmatisiert werden, wie sie das tun“, bemühte sich ein Sprecher die US-Position zu erläutern.

Auch wenn Lobbyisten der Babynahrungsmittelindustrie am Treffen in Genf teilnahmen, gäbe es demnach jedoch keinen Beweis dafür, dass diese Leute sich an der amerikanischen „Taktik des starken Arms“ beteiligt haben.

„Die 70-Milliarden-Dollar-[Babynahrungs]Industrie, die von einer Handvoll amerikanischer und europäischer Unternehmen dominiert wird, hat in den letzten Jahren in wohlhabenden Ländern einen Umsatzrückgang erlebt, weil sich dort immer mehr Frauen für das Stillen entscheiden“, Alles in allem und global gesehen erwartet man aber, dass der Umsatz dieser Industrie im Jahr 2018 um vier Prozent steigen wird. Dies läge vor allem an Zuwächsen in den Entwicklungsländern.„Es macht alle sehr nervös, denn wenn du dich nicht [nicht einmal] auf einen Gesundheits-Multilateralismus einigen kannst, auf welchen Multilateralismus dann?“

Der Nachdruck, mit dem die US-Delegation gegen das Stillen vorgegangen war, verblüffte die Gesundheitsexperten und internationalen Diplomaten. Unter Obama wurde das Stillen noch gefördert und unterstützt. Diesmal hatten US-Gesundheitsfürsorge-Vertreter während der Auseinandersetzungen sogar angedeutet, dass die USA ihre Beiträge zur WHO kürzen könnten. Washington trägt  als größter einzelner Beitragszahler 845 Millionen Dollar zum Budget der WHO bei. Das sind etwa 15%.

In den Gesprächen zu NAFTA (North American Free Trade Agreement) gab es ähnliche Situationen und Auseinandersetzungen. Damals haben die US-Amerikaner versucht, Formulierungen durchzusetzen, die es den Staaten Kanada, Mexiko und auch den USA erschweren, Warnaufkleber auf Junk-Food (minderwertige Lebensmittel) und stark zuckerhaltige Getränke anzubringen. Neben der Debatte um das Stillen gab es auch in Genf eine Diskussion um ein Papier, das Ländern, die mit rasantem Anstieg von Fettleibigkeit zu kämpfen haben, zu Sondersteuern auf stark zuckerhaltige Limonaden rät .

Ein russischer Delegierter sagte, die Annahme der Muttermilch-Resolution sei eine Frage des Prinzips gewesen:

„Wir versuchen hier nicht, die Helden zu sein, aber wir denken, es kann einfach nicht angehen, dass ein großes Land versucht, einpaar sehr kleine Länder herumzuschubsen, insbesondere bei einem Thema, das wirklich wichtig für den Rest der Welt ist.“

Dem Delegierten (der anonym bleiben wollte) zufolge, hätten die Vereinigten Staaten davon abgesehen, Moskau direkt unter Druck zu setzen, von der Resolution Abstand zu nehmen. Doch die US-Delegation habe versucht, die anderen Teilnehmer durch Verfahrensmanöver „mürbe zu machen“, indem sie eine endlose Reihe von Sitzungen abhielten, die sich über einen ungewöhnlich langen Zeitraum von zwei Tagen hinzogen – am Ende jedoch ohne Erfolg. Die endgültige Resolution konnte  den größten Teil des ursprünglichen Wortlauts erhalten. Es gelang den US-Unterhändlern jedoch, den Wortlaut aus dem Papier zu entfernen, der fordert, „technische Unterstützung der WHO für diejenigen Mitgliedsstaaten zu leisten, die eine unangemessene Förderung von (künstlichen) Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder stoppen möchten“.

 

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Originalquelle:

https://www.nytimes.com/2018/07/08/health/world-health-breastfeeding-ecuador-trump.html
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connectiv.events

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