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Die Erfahrungen, die die meisten First Nation-Leute mit den Einwanderern gemacht haben, sind durchweg schlecht. Heute lebt die kleine, übriggebliebene Population meist in kleinen Kommunen am Rande der Gesellschaft. Viele indigenenFrauen verschwinden einfach oder werden ermordet. (Bild: Loretta Gould: First Nations Frauen beten für ihre vermissten und ermordeten Schwestern)

Vorurteile und Spannungen überwinden – Kanadische First Nations-Initiative will die Kluft zwischen den Kulturen überbrücken

18. April 2019 | Autarkie | Freies Leben | Familie | Soziales | Geschichte | Kultur | Kultur | Kunst | Musik | Natur | Umwelt | connectiv.events

Man darf sich vom bescheidenen Äußeren von „Friends United“ nicht täuschen lassen. Die Schönheit seines Inneren – in beiderlei Sinn – überrascht und lässt einen staunen. Als Kinder lernen wir, dass wir nicht nach dem Äußeren urteilen dürfen. Aber, mal ehrlich, wer hält sich schon immer an diese goldene Lebensregel? Aber sie stimmt ja. Im Grunde will sie uns sagen: Man soll sich nie auf den allerersten Blick ein Urteil bilden. Genau, wie bei dem schlichten Gebäude von „Friends United“ sollten wir einüben, kein Urteil über den Wert eines Menschen nur aufgrund seiner Erscheinung zu fällen.

Das Leben und Vermächtnis der First Nations Kanadas zu ehren ist das vornehmliche Ziel von „Friends United“. Und dieser Ort hier sucht wirklich seinesgleichen in Kanada. Er ist eher ein Museum oder eine Kunstgalerie als ein Kongresszentrum, (wenngleich es das auch ist, aber mit einer ganz besonderen, einmaligen kulturellen Atmosphäre!). Der weitläufige, lichte, luftige Bau mit seinen vielen Räumen ist ein bisschen wie ein Camelot für talentierte und aufstrebende eingeborene Künstler. Die Räumlichkeiten von „Friends United“ bieten durch ihre lichtdurchfluteten Räume, die Weite und Offenheit – aber auch durch das Renommee der Einrichtung – diesen Künstlern Aufmerksamkeit und Anerkennung und Unterstützung dabei, unabhängige, erfolgreiche Unternehmer zu werden, die von ihrer Arbeit leben und ihre Familie versorgen können.

Das war bisher alles andere, als einfach. Die First Nation People, wir nennen sie in Europa gemeinhin Indianer, lebten bislang weitgehend abseits vom wirtschaftlichen Leben der kanadischen Gesellschaft. Ihre Möglichkeiten, einen guten Schulabschluss zu erhalten und eine berufliche Karriere zu machen, waren (und sind noch immer) dürftig. Beiderseitige Vorurteile und Unsicherheit und gegenseitiges Misstrauen sowie eine sehr unterschiedliche Einstellungen zum Leben, zur Natur und zur Spiritualität versperren Türen auf beiden Seiten, die zu öffnen sich „Friends United“ zum Ziel gesetzt hat.

 

Jay Bell Redbird vom Adlerclan des Ojibway-Stammes zeigt Kindern ein paar seiner Maltechniken.

 

Falsche Vorstellungen und Vorurteile abzubauen ist daher ein wichtiges Anliegen der Initiative „Friends United“, Gleichberechtigung, Frieden und gegenseitigen Respekt zwischen allen Völkern, Kulturen, Geschlechtern und Rassen das Ziel. Ein Weg ist, mit den wunderschönen Werken der indigenen Künstler, mit denen sie ihre sehr berührenden und tiefgründigen Geschichten zu erzählen wissen, die Herzen und Seelen aller Menschen zu erreichen.

Der Mann hinter der Initiative ist Rolf Bouman. Er übersiedelte 1987 von Deutschland nach Kanada. Seinen ersten Job bekam er in Dean Evan‘s Kohlebergwerk. Er arbeitete hart. Aber er investierte auch: Er kaufte größere Grundstücke am Wasser, erschloss das Land durch Zufahrten und zertifizierte Grenzziehungen und verkaufte es erfolgreich. Seine ersten Großparzellen erstand er in Nova Scotia (Neuschottland) bei Marble Mountain und dem Küstenstädtchen St. Peters.

Er lebte sich aktiv in Kanada ein, nahm Teil in der Gemeinde, schloss Freundschaften, engagierte sich. Dabei wurde er sehr schnell darauf aufmerksam, dass viele First Nations Leute nicht nur verarmt waren, sondern von der kanadischen Gesellschaft auch extrem unterschätzt wurden. Immer wieder machte er die Erfahrung, dass es völlig grundlose Reibereien und Spannungen zwischen den Leuten der First Nations und den anderen Nordamerikanern gab. Sei es, dass Rolf Bouman mit dem unverstellten Blick eines Neuankömmlings sensibel für diese Verhaltensweisen war, sei es, dass er – wie so viele Deutsche – unbewusst vom positiven Karl-May-Bild der „Indianer“ in seiner Kindheit und Jugend mitgeprägt worden war: Seit dreißig Jahren arbeitet er schon daran, die Vorurteile gegen die indigenen Kanadier auszuräumen, indem er die Aufmerksamkeit der Welt auf die beeindruckenden Talente der First Nations und ihre tiefe, spirituelle Verbundenheit mit ihren Ahnen, der Mutter Erde und all ihren Lebewesen lenkt.

Macht man einen Besichtigungsrundgang mit Rolf Bouman durch die großzügige Anlage, kommt er bisweilen auf Edward Cornwallis zu sprechen, dem Militäroffizier, der 1749 die Stadt Halifax gründete. Schnell wird klar: Rolf Bouman zählt nicht zu dessen Fans. Der Regionalrat von Halifax hat beschlossen, die Bronzestatue zum Gedenken des Stadtgründers zu entfernen. Zu sehr ist dessen Ankündigung, ein Kopfgeld in bar an jeden auszuzahlen, der einen Angehörigen des dort lebenden Stammes der Mi‘kmaw tötet, in Erinnerung geblieben. Bouman ist sich dabei der dunklen Seite – was das Ausmerzen eines ganzen Volkes betrifft – in der Geschichte seiner eigenen Heimat Deutschland wohl bewusst und sitzt bei seiner Kritik an der Cornwallis-Statue nicht auf dem hohen Ross. Doch die Vergehen aus der Vergangenheit wiedergutzumachen ist erst der Anfang.

 

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So begann Rolf Bouman, sich kundig zu machen und daran zu arbeiten, einen langfristigen Finanzplan auf die Beine zu stellen, um eine Einrichtung für die First Nations Leute zu ermöglichen und 2009 gründete er die „Friends United“-Initiative. Schon 2010 stieß der ehemalige Premierminister der Provinz Nova Scotia, Rodney MacDonald, hinzu, zwei Jahre später, im Jahr 2012, war auch der regionale Häuptling Morley Googoo mit von der Partie. Diese tatkräftige und erfahrene Keimzelle der Drei förderte und unterstützte erfolgreich viele First Nations-Künstler dabei, Kulturbotschafter Kanadas zu werden.

„Es ist wichtig, auch etwas zurückzugeben und gegen Vorurteile anzukämpfen“, sagt Bouman. Und er setzt hinzu, dass ihre Kunst den First Nations-Leute für ihre schöpferische Natur sehr wichtig ist, vor allem aber für ihre spirituelle Reise in eine Heilung. Und er stellt die Frage: „Was ist denn so wichtig an Geschichte? Geht es nicht darum, von einer Kultur, die Tausende Jahre alt ist zu lernen und sie zu erfahren?“ So viele Leute führen nach Europa, um dort Kultur und Geschichte zu finden, meint er und fragt „Wenn die Leute doch nach einer Kultur suchen, die Tausende Jahre alt ist, brauchen sie hier nicht weiter zu tun, als in ihrem eigenen Hinterhof nachzusehen.“

Daher hilft „Friends United“ den Ureinwohnern, ihren längst überfälligen und berechtigten Platz als kulturelle Botschafter für ihre Gemeinden und ihr Land einzunehmen. „Wenn wir ein tieferes Verständnis der Gemeinsamkeit der Menschheit, der empfindlichen und zerbrechlichen Beziehung zur Natur und unserer gemeinsamen Verantwortung fördern, dann werden wir auch lernen, uns gegenseitig und unseren Planeten mit Sorgfalt und Respekt zu behandeln“, erklärt Bouman.

Viel von den Einnahmen, die bei „Friends United“ generiert werden, fließen in die Einrichtung zurück, aber auch an die First Nations selbst. Zum Beispiel, erklärt Rolf Bouman, tauschte „Friends United“ mehrfach Land gegen indigene Kunst, so dass Mi‘kmaws wieder auf ihrem eigenen Land frei und ohne staatliche Bevormundung leben können.

„Den First Nations wurde so viel Land geraubt, wir sollten ihnen wenigstens etwas zurückgeben“, meint Bouman lakonisch.

 

Bei den Filmaufnahmen im Friends United Convention Center. Von links nach rechts: Nancy Reagan, Loretta Gould, Senatorin Mary Coyle, Jay Bell Redbird (Bild: Friends United)

 

Eines der neuesten Projekte von „Friends United“ ist eine Reihe von Dokumentationen in Englisch, aber auch auf Deutsch. Hierbei wird auch von zwei Filmcrews gedreht, die kanadische ist die „Mirror Media Image“ und die deutsche heißt „Bildsprache“. Alle neun Interviews werden in den nächsten Monaten auf der Webseite von „Friends United“ auf Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt werden.

Folgende Interviews mit Nancy Reagan als Moderatorin wurden aufgenommen:

1. Senatorin Mary Coyle zusammen mit dem Künstler Jay Bell Redbird vom Stamm der Ojibway von Manitoulin Island und Künstlerin Loretta Gould aus Waycobah
2. Mit Rodney MacDonald, dem ehemaligen Premierminister von Nova Scotia
3. Steve Augustin, einem Erbe-Häuptling
4. Jay Bell Redbird und seine Frau Halina Stopyra, ebenfalls Künstlerin
5. Loretta Gould und ihre Tochter Shianne Gould
6. Patrick Lamey, der eine Dauerausstellung indianischer Kunst in seiner Notar- und Rechtsanwaltspraxis hat. Lamey ist Präsident des Rotary Clubs der nächstliegenden Stadt Port Hawkesbury
7. Rolf Bouman ist Gründer der „Friends United“-Initiative, und Präsident der Canadian Pioneer Estates Ltd., und der Canec Land Developement Inc., sowie der (Ad)venture Publishing Inc.
8. Regionalhäuptling Morley Googoo

Immer wieder betont Bouman, dass die „Friends United“ Initiative und das „Friends United“ Internationale Kongresszentrum weder von der Regierung, noch von irgendwelchen Regierungsorganisationen unterstützt oder mit Geldmitteln ausgestattet werden. Beide Einrichtungen, die Initiative als auch das Kongresszentrum, werden ausschließlich von der Bouman Group unterstützt und finanziert, die aus der Canadian Pioneer Estate Ltd., der Canec Land Developments Inc., der Kelly Robertson Consulting Inc., und der (Ad)venture Canada Publishing Inc. besteht.

Die indigenen, lokalen Künstler, die hier ausgestellt und gezeigt werden, sind Loretta Gould (Waycobah), Shianne Gould (Waycobah), Darren Julian (Wagmatcook), Sandra Simon (Korbmacherin) aus dem Pak‘ntkek-Reservat (Pomquet), Kathy Denny (Eskasoni), Jay Bell Redbird (Walkerville), ein Künstler vom Stamm der Ojiway aus Toronto und Manitoulin Island und Virginia McCoy.

Das „Friends United“ Internationale Kongresszentrum zeigt die größte, private Sammlung eingeborener Kunst inklusive Schnitzereien der Inuits des atlantikseitigen Kanada.

 

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Kontakt:

(Ad)venture Canada Publishing Inc.
13149 Highway 104 Aulds Cove
Nova Scotia BoH 1Po, Canada

Telefon: 902-747-2750 oder 902-747-2733
Fax: 902-747-2755

Webseite: www.friends-united.ca
E-Mail: info@friends-united.ca

 

 

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