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Was ist eigentlich der Entourage-Effekt?

9. Oktober 2019 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Wenn man sich genauer mit den Wirkungen von CBD-Produkten beschäftigt, fällt des Öfteren der Begriff Entourage-Effekt. Bestimmt bist auch du schon einmal darüber gestolpert. Es ist die Rede von Synergie-Effekten der einzelnen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze. Doch was steckt alles hinter diesem Begriff, um welche Synergien handelt es sich und wie werden diese beeinflusst?

CBD als neue Wunderwaffe extrahieren?

Dass sich CBD bei vielen Krankheiten nachweislich positiv auswirken soll, haben wir bereits in vorherigen Beiträgen aufgegriffen. Wir haben für dich mehrere Studien einmal genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Ergebnisse zusammengetragen. Cannabidiol gehört zu den in der Hanf-Pflanze enthaltenen Cannabinoiden. Die körpereigenen Enzymsysteme sollen durch die Einnahme von CBD positiv beeinflusst werden. Dies würde die schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaft des natürlichen Wirkstoffs erklären. Außerdem wird dem CBD nachgesagt, die lästigen Nebenwirkungen von herkömmlichen Medikamenten erfolgreich zu reduzieren1. Da das CBD nicht psychoaktiv ist, könnte die Annahme aufgestellt werden, dass man durch das Extrahieren des reinen Stoffes aus der Hanfpflanze ein wahres Wundermittel in der Hand hält. Dem ist allerdings nicht so! Genau an dieser Stelle kommt der Entourage-Effekt als Erklärung ins Spiel, den wir dir in diesem Beitrag gerne näherbringen wollen.

Symbiotische Effekte von THC und CBD erzielen

Neben dem CBD enthält die Hanfpflanze noch mindestens 100 weitere Cannabinoide. Zwei davon sind heutzutage auch unter Laien relativ bekannt. Dazu gehören natürlich das eben genannte CBD, sowie der psychoaktive Gegenspieler – Tetrahydrocannabinol (THC). Die anderen Verbindungen gewinnen zwar auch immer mehr an Popularität, sind aber noch lange nicht so weit erforscht und bekannt wie CBD und THC. Neben den Cannabinoiden gibt es zum Beispiel noch ätherische Öle (Terpene), welche auch zu den Inhaltsstoffen der Hanfpflanze zählen. Der Entourage-Effekt beschreibt die wirkungsvolle Synergie zwischen den vielen Bestandteilen der Hanfpflanze. Cannabinoide und Terpene bilden eine eigene Dynamik, welche für die effektive Wirkung des Naturheilmittels verantwortlich sein soll. Die Pflanzenstoffe als reine Stoffe zu extrahieren, würde also die Effektivität deutlich verringern. Vielmehr kommt es auf ein perfektes Zusammenspiel aus Cannabinoiden, Terpenen und Co. an. In der Studie von Dalton et al. im Jahr 1976 konnte dieser Effekt bereits im Experiment bestätigt werden. Probanden, welche isoliertes THC zu sich genommen haben, verspürten ein viel stärkeres Gefühl von „High sein“ als diejenigen, die zusätzlich CBD eingenommen haben. Das CBD mindert also laut Dalton et al. die psychoaktive Eigenschaft von THC2. 1998 wurde eine weitere Studie von Mechoulam R. et al. veröffentlicht, innerhalb derer der Entourage-Effekt geprägt wurde. Die sich potenzierende Wirkung durch das Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe in der Cannabispflanze wurde anhand verschiedener Experimente geprüft und ein neuer Weg zur molekularen Regulation der Cannabinoid-Aktivität wurde eröffnet3.

 

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Ein anschauliches und aktuelles Beispiel für den Entourage Effekt ist das Medikament Sativex. Multiple Sklerose Patienten können das Gemisch aus THC und CBD durch ärztliche Verschreibung einnehmen. Studien zeigen, dass Sativex die Schlafqualität der Patienten verbessert und die Spastiken zurückgehen4. Es ist möglich, bereits nach der Einnahme von 10mg THC eine Psychose zu erleben. Im beschriebenen Medikament sind 48mg enthalten. Allerdings zeigt die Forschung, dass nur ca. 4 von 250 Patienten unter der Einnahme von Sativex an toxischen Psychosen leiden5. Wie das passieren kann? Auch hier greift der Entourage-Effekt, wie du dir jetzt bestimmt denken kannst.

Die Kraft der Inhaltsstoffe

In der Hanfpflanze konnten ca. 500 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden. Wir können unmöglich in diesem Beitrag auf jeden einzelnen eingehen. Zudem diese auch noch viel zu wenig erforscht sind. Man kann die Verbindungen allerdings in Gruppen einteilen.

Es sind vorhanden6:

  • Cannabinoide
  • Proteine
  • Aminosäuren
  • Ätherische Öle, sogenannte Terpene
  • Zucker
  • Alkohole
  • Flavonoide
  • Vitamine
  • Hybrocarbone
  • Aldehyde
  • Fettsäuren

Zu den bekanntesten Cannabinoiden zählen THC und CBD. Der große Unterschied bezieht sich hier auf die psychoaktive Wirkung. Während THC psychedelisch wirkt, weist CBD keinerlei psychoaktive Wirkung auf. THC soll zudem schmerzlindernd, appetitanregend und aufheiternd wirken. Die Muskeln sollen sich entspannen. CBD ist weniger erforscht als THC, allerdings sollen auch hier schmerzlindernde Effekte erzielt werden können. Außerdem soll sich dieser Inhaltsstoff antiseptisch, antidepressiv und antibakteriell auf den menschlichen Körper auswirken. Es konnte nachgewiesen werden, dass CBD dem Krebswachstum entgegenwirkt7. Ein weiteres in der Hanfpflanze vorkommende Cannabinoid ist Cannabigerol (CBG). Die Studien darüber sind noch nicht weit fortgeschritten. Trotzdem lässt sich wohl zum Beispiel eine augeninnendrucksenkende Wirkung feststellen. Auch eine entzündungshemmende Eigenschaft bei Darmerkrankungen wurde festgestellt8. Das in der Pflanze am zweithäufigsten vorkommende Cannabinoid ist Cannabichromen (CBC). Es entsteht durch eine enzymbedingte Umwandlung des zuvor erwähnten CBG. Dieser Inhaltsstoff alleine soll eine antibiotische Wirkung gegenüber Bakterien haben, die selbst durch Antibiotika nicht zerstört werden konnten9.

Wir wollen noch weiter auf die enthaltene Gruppe der ätherischen Öle, den Terpenen, eingehen. Chemisch betrachtet kommen Terpene als Kohlenstoff-Wasserstoffverbindung in Organismen vor. In etlichen Pflanzenarten werden diese Verbindungen in Blüten, Blättern, Nadeln und Früchten wiedergefunden. Sie sind verantwortlich für die wunderbare Geschmacks- und Geruchs-Vielfalt in deinem Blumenbeet10. Die Wissenschaft kennt über 8.000 verschiedene Terpene – in Cannabispflanzen konnten über 200 Terpene nachgewiesen werden. Dazu zählen unter anderem Limonen, Myrcen, Pinen, Eucalyptol, Alpha-Terpineol und Caryphyllen. Alle sind für den Geruch und den Geschmack von Cannabis verantwortlich. Ursprünglich dienen sie dazu, um Insekten anzulocken und die Blüten zu bestäuben. Auf der anderen Seite können sie als natürliches Insektizid agieren, um Fressfeinde durch den Geschmack zu verscheuchen. Produziert werden die Terpene in den Harzdrüsen der Cannabispflanze. Mittels Wasserdampfdestillation oder Hydrodestillation werden die ätherischen Öle gewonnen. Limonen haben, wie der Name schon vermuten lässt, einen sauren, zitrusartigen Geschmack. Sie werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Aus therapeutischer Hinsicht wirken sie laut Studien angstlösend, antibakteriell und antidepressiv. Der Spruch „Sauer mach lustig“ wird wohl auf dieses Terpen zurückgeführt. Myrcen schmeckt harzig, krautig und soll entzündungshemmende, schmerzlindernde und muskelentspannende Eigenschaften aufweisen. Dieses Terpen kommt wohl am häufigsten in Cannabis vor. Alpha- und Beta-Pinen werden in Eucalyptus und Salbei vermehrt gefunden. Sie sollen eine entzündungshemmende, antibiotische Wirkung aufweisen und einigen Effekten des THC entgegenwirken11 12.

 

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Wer wirkt wie mit wem?

Dass die Inhaltsstoffe in Kombination besser wirken, ist auch bei der Medizin angekommen. Das zuvor genannte Medikament Sativex ist dafür ein Beispiel. Hier werden die zwei Cannabinoide THC und CBD miteinander kombiniert, um das bestmögliche Ergebnis für Multiple Sklerose Patienten zu erzielen. In Studien mit Mäusen wurde eine unterstützende Wirkung gegenüber THC durch CBC festgestellt. Es soll dadurch eine beruhigende Wirkung erzielt werden13. THC in Verbindung mit CBN potenziert laut wissenschaftlichen Studien die schmerzlindernde Wirkung.

Eine Forschungsarbeit konzentrierte sich ausschließlich auf das Zusammenwirken von CBD und Terpenen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Terpene einige Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper blockieren. Andere dieser Rezeptoren wurden bei der Anbindung von Botenstoffen unterstützt. Dies verändert natürlich die gesamte Auswirkung auf den Körper in positiver Hinsicht14. Dr. Ethan Russo ist Neurowissenschaftler und beschäftigte sich ausführlich mit der Wirkung von Terpenen. Unter anderem fand er heraus, dass diese die negativen Auswirkungen von THC mildern und dadurch die therapeutische Wirkung von diesem Cannabinoid verbessern15. Genauer gesagt: Pinene sollen dafür bekannt sein, die Nebenwirkungen von THC zu lindern. Die Zugabe von Myrcen führt laut Studien zu einem Herabsetzen der Widerstandsfähigkeit des Gehirns bei Prozessen, die durch Cannabinoide beeinflusst werden. Eine Kombination verschiedener Terpene kann dabei helfen, Angstzustände zu neutralisieren. Zur Behandlung von Akne wird das Cannabinoid CBD mit den Terpenen Linanool und Limonen kombiniert16. All diese Wirkungsmöglichkeiten stellen nur einen kleinen Einblick in die Forschung bezüglich des Entourage-Effektes dar. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer möglicher Synergien, die den menschlichen Körper auf verschiedenste Art und Weise unterstützen könnten.

Den Entourage-Effekt erfolgreich nutzen

Die im Hanf vorkommenden Inhaltsstoffe hätten jeder für sich eine Bandbreite spezifischer Wirkungen. Kombiniert man die Inhaltsstoffe, ergibt sich mehr als die Summe der einzelnen Wirksamkeit, da sie miteinander agieren. So in etwa wie verschiedene Backzutaten zusammengerührt in Kombination mit Hitze einen köstlichen Kuchen ergeben könne. Einzeln sind die Inhaltsstoffe schon stark in ihrer Wirkung, doch gemeinsam wirkt jede Verbindung noch stärker17. Die Forschung im Bereich Entourage-Effekt steckt noch in den Kinderschuhen. Die Cannabispflanze enthält –> weiter lesen 

 

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Textredakteur:

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Quelle:

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