0 Weinstein-Skandal auch in Deutschland: „Dann wird man eben nicht besetzt“ | connectiv.events
Seite auswählen

(Collage: JouWatch)

Weinstein-Skandal auch in Deutschland: „Dann wird man eben nicht besetzt“

19. Oktober 2017 | Psychologie | Gesellschaft | Journalistenwatch

Der Sexskandal um Harvey Weinstein zieht immer weitere Kreise. Nun scheint ein Damm gebrochen, immer mehr Künstlerinnen berichten von Missbrauch und Demütigung in der Branche. Auch in Europa trauen sich erste Opfer aus der Deckung.

von Collin McMahon

„Das erste Mal als ich sexuell missbraucht wurde, war ich 9. Ich habe es keinem gesagt und mir selber vorgeworfen, ich sei irgendwie dran schuld,“ schrieb die Schauspielerin America Ferrara gestern auf Instagram. „Ich musste noch jahrelang mit diesem Typen zu tun haben. Er winkte und lächelte, während ich an ihm vorbeieilte, mein Blut gefror und mein Magen sich umdrehte wegen dem, was nur er und ich wussten – er erwartete, dass ich den Mund halte und zurücklächele.“

Ferrara teilte ihr Erlebnis unter dem hashtag #MeToo, der von Alyssa Milano für die Opfer sexuellen Missbrauchs ins Leben gerufen wurde. Seitdem gaben sich u.a. die Schauspielerinnen Debra Messing, Anna Paquin, Patricia Arquette, Evan Rachel Wood, Rosario Dawson, Natasha Lyonne, Tatiana Maslany, Jenny Slate, Lady Gaga und Gabrielle Union als Missbrauchsopfer zu erkennen. Auch männliche Schauspieler wie Corey Feldman, Corey Haim und Elijah Wood berichteten bereits von Missbrauch.

Jennifer Lawrence sprach davon, wie sie als Teenager 15 Pfund abnehmen und sich nackt bei einem Besetzungsgespräch zeigen musste. „Der Produzent sagte ich sei vollkommen fickbar… Ich wollte keinen verpfeifen, ich wollte nur eine Karriere haben.“

Molly Ringwald (The Breakfast Club) berichtete im New Yorker wie sie mit 13 in der Branche schon sexuell belästigt wurde. „Als ich dreizehn war wollte mir ein Crewmitglied das Tanzen beibringen und drückte seinen Ständer gegen mich. Als ich 14 war schob ein verheirateter Regisseur mitten am Set seine Zunge in mein Ohr.“

Oscargewinnerin Reese Witherspoon erklärte, dass sie mit 16 von einem Regisseur vergewaltigt wurde, und das nicht zum letzten Mal. „Seit dieser Woche fühle ich mich zum ersten Mal nicht alleine gelassen damit.“

Nun erreicht der Besetzungscouch-Skandal auch Europa. Die isländische Sängerin Björk schrieb am 15.10. auf Facebook: „Als ich als Schaupielerin begann, war es ganz klar, dass die Demütigung und Herabwürdigung als minderwertiges Wesen die Norm war, in Stein gemeißelt, und der Regisseur und die ganze Crew standen dahinter. Mir wurde klar, dass das ganz normal ist, dass der Regisseur die Schauspielerinnen angrapschen und misshandeln kann wie er will, das gehört zum Filmbusiness dazu. Als ich diesen Regisseur wiederholt abgewiesen hab, wurde er pampig und hat mich bestraft, indem er mich geschickt vor dem Team als die ‚Schwierige’ inszeniert hat. Ich war jedoch stark und hatte ein tolles eigenes Team im Rücken, und hatte auch keine Ambitionen in der Filmwelt, deshalb konnte ich dem Ganzen den Rücken kehren und mich über die Jahre davon erholen. Aber ich mache mir Sorgen, dass das anderen Schauspielerinnen nicht so gelingt, die mit diesem Mann arbeiten. Ich glaube dieser Mann war sich dieses Spiels auch bewusst, und sein nächster Film handelte auch davon. Ich war die Erste, die sich ihm widersetzte und die ihm das nicht hat durchgehen lassen. Ich glaube, er hat seitdem einem faireren Umgang mit seinen Schauspierinnen gelernt, also gibt es Hoffnung. Ich hoffe mein Statement hilft den Schauspielerinnen und Schauspielern auf der ganzen Welt. Lasst uns dem ein Ende bereiten. Eine Welle der Veränderung erfasst die Welt. Liebe, Björk“

 

Weiter lesen auf:

http://www.journalistenwatch.com/2017/10/19/weinstein-skandal-auch-in-deutschland-dann-wird-man-eben-nicht-besetzt/
Bildredakteur:

connectiv.event

Textredakteur:

connectiv.events

Quelle:

Journalistenwatch

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This