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West-Papua: Der Völkermord, den die Welt ignoriert

4. Februar 2019 | Autarkie | Freies Leben | Kriege | Revolutionen | Politik | Geo-Politik | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Es gibt eine Region auf der Welt, von der Du kaum weißt, dass es sie gibt – und schon gar nicht, dass dort ein Konflikt schwelt, den man nur als Völkermord bezeichnen kann: West-Papua.. Und hier kann man besonders gut sehen, wie Politiker und Mainstream-Medien genau auswählen, welche Konflikte zu unterdrücken und zu verschweigen sind und welche der Weltöffentlichkeit ins Hirn gehämmert werden müssen, um die gewünschten, geopolitische Ziele zu erreichen. Gib einfach mal in Google „West Papua“ ein. Schon mal davon gehört? Hast Du jemals zu Hause auf Deinem Sofa gesessen und Nachrichten gehört, in denen der Nachrichtensprecher West Papua erwähnt hat?

 

 

Es ist merkwürdig, dass die Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die dort geschieht, in den Medien kaum oder gar nicht berücksichtigt wird, obwohl vor kurzem eine Untersuchungsmission der katholischen Justiz- und Friedenskommission der australischen Erzdiözese Brisbane dort durchgeführt wurde. Der Bericht ist erschreckend und kommt zu dem Ergebnis, dass West Papua einen „Zeitlupen-Genozid “ erlebt und Gefahr läuft, „eine anthropologische Museumsausstellung einer vergangenen Kultur“ zu werden. Wenn man aber weiß, was diesen Konflikt in West-Papua antreibt, dann weiß man auch, warum dieses Thema von unseren friedliebenden Politikern und Medienunternehmen so gut es geht unter den Tisch gekehrt wird.

Es geht einmal mehr um Rohstoffe: In West-Papua liegt eine der größten Goldminen der Welt (und überdies die drittgrößte Kupfermine), die Grasberg-Mine. Grasberg ist mehrheitlich im Besitz des amerikanischen Bergbauunternehmens Freeport McMoRan. Das Unternehmen verfügt über Reserven im Wert von geschätzten 100 Milliarden Dollar, und ist damit das Unternehmen der größte Steuerzahler Indonesiens. Geld und Geopolitik schlagen eigentlich immer die Menschenrechte aus dem Rennen. Seit die Suharto-Diktatur Indonesiens 1969 in einem UN-Referendum – größtenteils als Landraub angesehen – West-Papua annektierte, sind bereits schätzungsweise 500.000 West-Papuaner getötet worden, die für die Unabhängigkeit ihres Volkes kämpfen.

 

 

Die Firma Freeport McMoRan erhielt die Schürf- und Explorationsrechte an Grasberg, als die indonesische Regierung 1967 das Recht zur Gewinnung von Bodenschätzen unterzeichnete. Um diese – im wahrsten Sinne des Wortes – „Goldmine“ zu schützen, setzt das indonesische Militär brutale Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung ein. Benny Wenda, ein gebürtiger Papuaner, der sein ganzes Leben für die Unabhängigkeit kämpfte, beschreibt die Erfahrungen, die die lokale Bevölkerung mit dem indonesischen Militär gemacht hat:

„Jeden Morgen auf dem Weg zu ihren Gärten und Feldern wurden Benny und seine Mutter und seine Tanten von indonesischen Soldaten angehalten und kontrolliert. Oft zwangen die Soldaten die Frauen, sich im Fluss zu waschen, bevor sie sie brutal vor ihren Kindern vergewaltigt wurden. Viele junge Frauen, darunter drei von Bennys Tanten, starben im Dschungel an den Traumata und Verletzungen, die bei den gewalttätigen Übergriffen erlitten haben, die oft mit Genitalverstümmelung einhergingen. Jeden Tag mussten Papuanerinnen bei den Militärposten antreten, um ihnen Lebensmittel aus ihren Gärten zu liefern und für die Soldaten zu putzen und zu kochen. Gewalt, Rassismus und erzwungene Unterwerfung gehörten zum Alltag.

 

 

Australien, ein Land mit einer angehmen, wenn auch etwas verwirrenden Beziehung zu Indonesien, trägt entscheidend dazu bei, jede anständige Diskussion über dieses entsetzliche Thema zu unterbinden. Im November 2018 forderte die indonesische Regierung sogar Australien auf, mit seinem politischen Gewicht Druck auf die umliegenden pazifischen Nationen auszuüben, die sich das nicht mehr mitansehen wollen und dazu übergehen, die Unabhängigkeitsbewegung von West Papua zu unterstützen. Australien soll diese kleinen Inseln im Sinne Indonesiens jetzt nachdrücklich davon abhalten, sich in „Indonesiens Angelegenheiten einzumischen“. Australien hat sich in mittlerweise in der Angelegenheit West-Papua nicht nur ziemlich mitschuldig gemacht, sondern sogar das indonesische Militär mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet, um unter der örtlichen Bevölkerung in West-Papua eine fürchterliche Verwüstung anzurichten.

 

 

In letzter Zeit konnte die Freiheitsbewegung West-Papuas jedoch einige Fortschritte erzielen. Australien und Indonesien setzten die militärischen Beziehungen aus, nachdem ein indonesischer Militärbeamter auf australischem Militärstützpunkt „brisantes“ Material gefunden hatte. Dazu gehörten Ausarbeitungen, die andeuten, dass West-Papua eigentlich Teil von Melanesien sei und ein Recht auf Unabhängigkeit habe.

Überdies hat Papua die höchste Armutsquote in Indonesien (sie liegt beim Dreifachen des nationalen Durchschnitts), die höchsten Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeitsraten in Indonesien sowie die schlechtesten Gesundheitsindikatoren und die niedrigsten Alphabetisierungsraten. Kaum auszudenken, wie enorm die Westpapuaner ihren Lebensstandard verbessern könnten, wenn sie ihre eigenen Ressourcen kontrollieren und vermarkten könnten, ohne dass das indonesische Militär ihr Leben gewaltsam zerstören kann und alle Rohstoffe weggeplündert werden. Doch während die Ureinwohner um ihre Freiheit und ihr Leben kämpfen, verdient ein amerikanisches Bergbauunternehmen auf Kosten unschuldiger Ureinwohner hunderte Milliarden Dollar.

 

 

 

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