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(Foto: BR / Internet)

WIE FACEBOOK IM AUFTRAG DER REGIERUNG DIE DEMOKRATIE BEKÄMPFT

21. Oktober 2017 | Psychologie | Gesellschaft | Die Unbestechlichen

Eine Reaktion auf Hanno Vollenweiders Artikel: Insiderin aus Löschzentrum packt aus: Manipulierte Facebook die Berichterstattung vor der Wahl?

Von Jürgen Fritz

Eine ehemalige Mitarbeiterin, die mehrere Monate für Facebook in einem Löschzentrum tätig war, sprach mit Hanno Vollenweider. Was sie berichtet, ist reiner Sprengstoff, der die Kraft haben könnte, unser Land zu erschüttern.

I. Vorwort von Jürgen Fritz

Die Bundesrepublik Deutschland ist gemäß Art. 20 Abs. 1 Grundgesetz (GG) ein demokratischer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus (Abs. 2) und wird in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt. Eines der wichtigsten Grund- und Menschenrechte ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, genauer: die Redefreiheit sowie die Informationsfreiheit gemäß Art. 5 GG. Denn wie sollte ein Staatsvolk seine Souveränität ausüben, wenn es wesentliche Informationen gar nicht erhält bzw. der Einzelne Informationen nicht weiter verbreiten darf?

Grundlage einer jeden qualifizierten Entscheidung ist immer das Abwägen des Für und Wider. Dieses Abwägen erfordert, dass beide Seiten zu hören sind. Der Grundsatz des Audiatur et altera pars (Man höre auch die andere Seite) ist eine der Grundlagen nicht nur der Demokratie, sondern auch des Rechts, welchen wir bereits bei den alten Römern finden.

Was Hanno Vollenweider auf Die Unbestechlichen nun aufdeckt, zeigt, wie sehr die elementarsten Grundsätze der Demokratie und des Rechtsstaates missachtet, ja regelrecht untergraben und bekämpft werden. Und dies wohl mit Unterstützung, wenn nicht auf direktes Geheiß von höchsten Stellen. Er hat mit einer Insiderin, einer ehemaligen Mitarbeiterin gesprochen, die im Löschzentrum von Facebook arbeitete. Dabei kommt Unfassbares zu Tage.

Sie beschreibt nicht nur die perfiden Methoden und technischen Finessen, mit denen Facebook ganz besonders vor der letzten Bundestagswahl versuchte, die Meinung unzähliger User zu beeinflussen. Sie erläutert für den aufmerksamen Zuhörer auch die Gründe dieser noch immer aktiven Methode: Informationen unterdrücken, um kritische Gedanken bei Bürgern gar nicht erst aufkommen zu lassen.

II. Auszüge aus dem Interview

Hanno Vollenweider: Melanie, vielen Dank, dass du dich entschlossen hast, hier mit mir über deine Arbeit bei bzw. für Facebook zu reden. Ich fasse einmal zusammen: Du hast rund drei Monate für eine Firma gearbeitet, die im Auftrag von Facebook die Aktivitäten von Usern überwacht, Sperren verhängt, Posts überprüft und löscht bzw. ganze User-Accounts stilllegt und dafür sogt, dass gewisse Informationen – verstärkt beispielsweise vor der letzten Bundestagswahl durch einen speziellen Filtermechanismus – nicht an die Masse der Facebook-User durchdringt. (…) mich würde interessieren, wie man dir erklärt hat, was du machen sollst und vor allem warum.

Melanie C.: Also, man hat mir gesagt, dass sich bald in Deutschland die Gesetze ändern werden wegen den vielen Hass-Postings und Fake-News auf Facebook. Und dass Facebook Unterstützung braucht, um eben diese Meldungen herauszufiltern und zu löschen. (…) Ich glaube, da habe ich auch sehr überzeugt geklungen, denn die haben mir gleich gesagt, dann solle ich zur Einarbeitung in ein paar Tagen direkt zu der Firma kommen, die im Auftrag von Facebook arbeitet. Da gäbe es dann eine Art Vortrag und Einführung für die Leute, die dort neu anfangen. Ich bin da echt rausgegangen und habe mir gedacht „Boah, jetzt machst du endlich mal was, was gut ist für die Menschheit, und gegen Hass und Nazis“. Das haben die mir auch so zu verstehen gegeben, während des Gesprächs.

Nachrichten, „die die Nutzer nur verwirren“, wurden gelöscht

Hanno Vollenweider: Gut, du bist dann also zu dieser Einführungsveranstaltung gegangen. Wie war es da?

Melanie C.: … Meine Mentorin, die Sabine, hat damals gesagt, dass wir uns der Verantwortung bewusst sein müssen, die wir hier tragen würden. Wir ständen immerhin vor einer wichtigen Bundestagswahl. Und ein Beitrag auf Facebook könne sich eben schnell mehrere tausend Mal teilen lassen und dann sozusagen viral mehrere Millionen Menschen erreichen. Darunter gäbe es eben auch Nachrichten, die die Nutzer verwirren würden oder Unruhe in der Bevölkerung stiften oder sie aufhetzen würde. Und dann würden eben schlussendlich auch mehr Leute die Nazis von der AfD wählen. Was dann bedeuten würde, dass die Gewalt wieder zunimmt und wir wieder so was haben wie im Dritten Reich. Und das wollte sie nicht und ich natürlich auch nicht.

Die Nazis (AfD) dürfen nicht wieder an die Macht kommen

Hanno Vollenweider: Das hat diese Sabine so gesagt? Wenn man mal vernünftig denkt und diesen sinnlosen Vergleich zwischen AfD und Drittem Reich weglässt, hat sie eigentlich gesagt, dass sie dort sitzt und Nachrichten löscht, die die Leute bewegen können, ihre politische Meinung zu überdenken, oder die sie in ihrer Kritik an der aktuellen Politik bestärken würden. Das wäre ja eine Art Beeinflussung, wie es sie sonst in einer Demokratie nicht geben sollte.

Melanie C.: Ja, das hat sie so gesagt. Und es geht ja noch weiter: Sie meinte dann, wir wären das Schutzschild der Demokratie und würden mit unserer Arbeit sehr viel dafür tun, dass die Nazis – damit meinte sie immer die AfD – in Deutschland nicht an die Macht kommen würden.

Wir wurden angefeuert, immer noch mehr zu löschen

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Textredakteur:

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Quelle:

Die Unbestechlichen

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