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Wie man sich gegen die Sprache der Herrschenden zur Wehr setzt

20. Oktober 2017 | Politik | Geo-Politik | nachdenkseiten

In einem vor kurzem veröffentlichten Beitrag haben sich die NachDenkSeiten exemplarisch mit zwei Begriffen auseinandergesetzt, die auf subtile Weise als Bestandteil einer Herrschaftssprache im öffentlichen Diskurs Anwendung finden. Der folgende Beitrag von Marcus Klöckner geht der Frage nach, wie Bürger sich gegen die Sprache der Herrschenden wehren können.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

 

Sich effektiv gegen einen Angriff zur Wehr zu setzen, setzt voraus, den Angriff als solchen zu erkennen. Wenn die Sprache der Herrschaft zum Angriff ansetzt, wenn sie versucht, den öffentlichen Diskurs zu sabotieren, dann erfolgen diese Angriffe oft verdeckt und sehr geschickt. Um ein Bild zu gebrauchen: Die Sprache der Herrschenden gleicht einem trojanischen Pferd. Äußerlich betrachtet, zeigt sie sich unverdächtig und harmlos. Aber in ihrem „Innern“ transportiert sie einen Inhalt, der, wenn er nach außen gelangt, zur Gefahr wird.

Im Beitrag vom 4. Oktober haben wir aufgezeigt, wie sich die Worte „fühlen“ und „mitnehmen“ im aktuellen Diskurs gegen jene Menschen richten, die den sozialen Verwerfungen im Land ausgesetzt sind. Wir haben aufgezeigt, wie ihre Konnotationen und Implikationen, die sie beinhalten, zum Nachteil der Armen Anwendung im politischen Diskurs finden.

„Fühlen“ und „mitnehmen“, das sind Begriffe, die jeder, der die deutsche Sprache spricht, unzählige Male verwendet. Die Wörter sind uns so vertraut, dass wir sie, ohne groß darüber nachzudenken, hören und aussprechen – unabhängig von ihrem jeweiligen Kontext. 
Doch da ist es: Das trojanische Pferd. Da ist die Sprache der Herrschaft.

Die Sprache der Herrschaft entfaltet sich oft in der Alltagssprache – und das macht sie gefährlich. Wir nehmen sie, gerade weil sie uns so vertraut ist, auf und gebrauchen sie, wenn wir uns an politischen Diskursen beteiligen, oft selbst, ohne uns bewusst zu sein, mit welchen Konnotationen die entsprechenden Wörter, Formulierungen und Floskeln bereits versehen sind und den öffentlichen Diskurs im Sinne der Herrschenden beeinflussen. Wie einfach ist es zu sagen, dass man die Abgehängten doch mitnehmen muss, dass Menschen sich abgehängt fühlen, dass ein Unternehmen sich gerade verschlanke, dass Arbeitnehmer freigestellt werden oder dass ein linker Politiker wettert, während man einen Arbeitgeberverband kritisieren lässt. Da ist von Eigenverantwortung, von Reformen, von sozial, von einem Rettungsschirm und einer Vollkasko-Mentalität die Rede – allesamt Begriffe, Ausdrücke und Metaphern, die uns manchmal bei den entsprechenden Diskussionen womöglich geradezu aus dem Mund fallen. Schließlich: Wir hören diese Formulierungen so oft in den Medien, dass wir sie selbst übernehmen.

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http://www.nachdenkseiten.de/?p=40668
Bildredakteur:

connectiv.event

Textredakteur:

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Quelle:

nachdenkseiten

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