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Zölle in Höhe von hunderten Milliarden, aber der Handel zwischen USA und China wächst – Warum?

13. Oktober 2018 | Politik | Geo-Politik | Wirtschaft | Finanzen | ANTISPIEGEL

Die Regeln der Wirtschaftslehre, die die Grundlage unseres politisch-wirtschaftlichen Systems sind, funktionieren nicht mehr. Trotz aller Unkenrufe und Weltuntergangsprognosen wegen der von Trump initiierten Handelskriege wächst überall die Wirtschaft und sogar der Handel. Für die Medien ist die Realität aber kein Grund, ihre Thesen zu überprüfen.
Heute meldet der Spiegel , dass der Handel zwischen den USA und China neue Rekorde bricht und das, obwohl in diesem Jahr Zölle in Höhe von hunderten Milliarden Dollar verhängt wurden. Die „Experten“, Politiker und Medien prophezeiten, dass der Handel einbrechen würde, dass die Preise steigen würden und überhaupt, dass nun alles ganz schlimm wird.
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Aber es wird und wird nicht schlimm, im Gegenteil. Der Spiegel schreibt: „Inmitten des Handelsstreits ist Chinas Exportüberschuss gegenüber den USA auf ein Rekordhoch gestiegen. Im September lag er bei 34,13 Milliarden Dollar und damit gut drei Milliarden Dollar höher als im August, teilten die chinesischen Zollbehörden mit. Seit Jahresbeginn summiert sich der Überschuss auf 225,79 Milliarden Dollar – vor einem Jahr waren es noch 196,01 Milliarden Dollar.“
Aber nicht nur der chinesische Export in die USA bricht Rekorde, auch der Import aus den USA ist auf Rekordniveau, weder die Zölle der USA noch die Zölle Chinas haben sich negativ auf den Handel ausgewirkt: „Insgesamt legten die chinesischen Ausfuhren im September um 14,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zu. Die Importe stiegen zugleich um 14,3 Prozent und damit etwas weniger stark als vorhergesagt.“
Wie kann das sein? Alle „Experten“ hatten das Gegenteil prophezeit. Für den Spiegel ist diese Realität aber kein Grund, die Meinung der Experten zu hinterfragen. Ich habe schon vor Monaten in einer Analyse mit nackten Zahlen und Fakten dargelegt, warum ich die Zölle für unproblematisch halte.
Seit dem hat sich meine These immer wieder bestätigt und obwohl die Medien und Politiker nicht müde werden, die Gefahr für die Weltwirtschaft zu beschwören, passiert einfach nicht das, was uns immer vorhergesagt wird. Warum ist das so?
Von Globalisierung und Freihandel profitieren nicht etwa die Menschen oder auch nur die Volkswirtschaften, die einzigen Profiteure sind die großen Konzerne, die ihre Gewinne maximieren können, indem sie in einem Land möglichst billig produzieren und die Waren dann möglichst zollfrei in anderen Ländern teuer verkaufen. Die Erhöhung der Margen durch niedrige Löhne in den produzierenden Ländern einerseits und durch den zollfreien Import in die Länder, wo die Produkte gekauft werden andererseits, werden nicht etwa in Form von Lohnerhöhungen oder Preissenkungen an die Menschen weitergegeben, sondern wandern als Dividenden an die Aktionäre.
Entsprechend treffen die Zölle auch nicht die Menschen, sondern nur die Gewinne der Konzerne. Die von „Experten“ angekündigten Preiserhöhungen für Autos in den USA, die uns wegen der Zölle auf Stahl versprochen wurden, sind ausgeblieben. Erhöhte Inflation sieht man nirgends, obwohl die Zölle doch eigentlich auf die Preise durchschlagen sollten. Tun sie aber nicht.
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Christina von Dreien
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Zölle sind im Gegenteil ein sehr gutes Instrument, um Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen, wenn ein Produkt durch Zölle so teuer wird, dass es für die Firmen sinnvoll wird, es nicht mehr im Ausland zu produzieren, sondern im Inland. Man kann mit Zöllen also das Lohngefälle ausgleichen. Man kann mit Zöllen lenken, welche Produkte man im eigenen Land produzieren möchte und welche man bereit ist zu importieren. Das bedeutet Arbeitsplätze und gleichzeitig kann es sogar zu Preissenkungen führen.
Ein gutes Beispiel dafür ist Russland, dass seit fast 30 Jahren enorm hohe Zölle auf Neuwagen erhebt. So waren vor 20 Jahren Neuwagen in Russland 40% teurer, als in Deutschland. Um den Markt trotzdem zu erobern, waren die Autohersteller gezwungen, Fabriken in Russland zu bauen. Es entstanden hunderttausende Arbeitsplätze und heute sind die Russland produzierte Autos um 20% billiger, als in Deutschland. Die Zölle brachten Russland also sowohl Arbeitsplätze, als auch niedrigere Preise.
Wenn man Zölle intelligent einsetzt, können sie also sehr nützlich sein. Ob Trump dies im Falle von China intelligent macht, sei mal dahingestellt, aber Fakt ist, dass der Handel trotz der Zölle weiter wächst. Und der prophezeite Weltuntergang will einfach nicht eintreten.
So liest man heute auch im Spiegel: „Sowohl Finanzminister Olaf Scholz, als auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann, haben bei dem Treffen die Befürchtungen gedämpft, ein Handelskrieg könnte einschneidende Folgen für die Weltwirtschaft haben.
Weidmann hatte von Beginn an gesagt, dass der Einfluss der Zölle kaum messbar sein würde, wie ich schon in meiner Analyse zitiert habe, nur konnte man das nie in den großen Medien lesen. Heute steht es immerhin in einem Satz im Spiegel.
Aber warum liest man im Spiegel nichts über die Gründe, warum die Zölle entgegen aller negativen Schlagzeilen und düsteren Prognosen bisher überhaupt keine Wirkung zeigen? Die einzigen, die sich in den Medien beschweren, sind einige Unternehmen, deren Gewinne leicht zurückgegangen sind. Aber es wurden aufgrund der Zölle weder Arbeitsplätze abgebaut, im Gegenteil, in den USA wurden sogar Arbeitsplätze neu geschaffen, noch sind die Preise gestiegen.
Für die Medien wäre es doch mal an der Zeit, diese Fragen zu stellen. Stattdessen wird weiterhin vor Zöllen gewarnt und wenn die Weltwirtschaft irgendwann einmal abkühlt, wird man dafür die Zölle verantwortlich machen, obwohl sie tatsächlich keine direkte Wirkung auf die Wirtschaft gezeigt haben.
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